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NIEDECKENS BAP - Lebenslänglich

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Artist NIEDECKENS BAP
Title Lebenslänglich
Homepage NIEDECKENS BAP
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.0/10 (3 Bewertungen)

Dieser Tage feiert Wolfgang Niedecken mit seiner Kapelle den 40. Geburtstag. Von der Urbesetzung ist niemand mehr mit von der Partie und auch die langjährigen Gitarristen Klaus „Major“ Heuser (1980 bis 1999) und Helmut Krumminga (1999 bis 2014) haben sich anderweitig orientiert. Nichtsdestotrotz zählt BAP zu den erfolgreichsten Bands des Landes – ungeachtet des Umstandes, dass ihr Sänger sich der Kölschen Mundart bedient. Unvergessen sind Hymnen wie „Verdamp lang her“ und „Kristallnaach“ mit denen ich nicht nur musikalisch sozialisiert wurde. 2011 erschien das letzte BAP-Studioalbum „Halv su wild“, ein halbes Jahr später erlitt Niedecken einen Schlaganfall und BAP lagen für längere Zeit auf Eis. Zwischenzeitlich gab’s eine weitere Solo-Platte „Zusamme alt“ (2013) und jetzt endlich wieder einen BAP-Longplayer: „Lebenslänglich“ ist das 18. Studioalbum der Kölschrocker, die nunmehr als NIEDECKENS BAP firmieren, und präsentiert verspieltes, akustisches und rockiges Material, das mit zärtlichen, politischen, beobachtenden und resümierenden Texten versehen ist. Ganz so, wie man BAP und ihren Mastermind, den „kölschen BOB DYLAN“ kennt.

So startet der Silberling mit einem leisen Abriss der vergangenen vier Jahrzehnte, der sowohl Rückblick als auch Ausblick ist. Im Anschluss geht’s mit smoothem Groove nach „Absurdistan“ um wenig später mit knackigen Gitarrenhooks festzustellen „Der Herrjott meint et joot met mir“ – so hat BAP schon in den Anfangstagen geklungen und doch ist der Sound genauso frisch wie einst. Nicht weniger hörenswert: „Die Ballade vom Vollkasko-Desperado“ mit seinem Mariachi-Gebläse und das reduzierte „Miehstens unzertrennlich“. „Et ess lang her“ gefällt mit folkigem Fingerpicking und nachdenklichen Lyrics, während „Dausende vun Liebesleeder“ eine temperamentvolle Liebeserklärung an die Domstadt ist, die sich auch abseits des Rheins zu einem Live-Kracher entwickeln könnte. Mit den Jahren wird offensichtlich auch ein Wolfgang Niedecken ruhiger (am 31.03.2016 begeht er immerhin auch seinen 65. Geburtstag – da gehen andere in den Ruhestand), zumindest klingt die nachdenkliche „Auszeit“ so, ehe die „Vision von Europa“ dank nordafrikanischer Percussion eine kleine Prise Exotik in den Melodie einbaut und „Zeitverschwendung“ als kleines, feines Liebeslied daherkommt. Mit dem melancholischen „Schrääsch hinger mir“ leben alte Bühnenerinnerungen wieder auf, bevor „Sankt Florian“ ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl beweist. „Komisch“ ist Niedeckens deutsche Version von BOB DYLANs „Simple Twist of Fate“, dem noch die „Unendlichkeit“ folgt – welche an dieser Stelle im Übrigen mit viel Emotion den Schlusspunkt einer gelungenen Platte bildet.

Es hat schon seinen guten Grund, weshalb BAP zu den erfolgreichsten deutschen Combos aller Zeiten zählen. Allein elf Langrillen landeten auf den Spitzenpositionen der Charts und  „Lebenslänglich“ hat zweifellos gute Chancen, das Dutzend voll zu machen. Ab Mai geht’s auf eine ausgedehnte Tour, das Motto wird diesmal „Die beliebtesten Lieder“ lauten und man darf gespannt sein, welche Stücke des jüngsten Studio-Outputs es auf die Setlist schaffen.

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