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NIGHT BEDS - Country Sleep

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Artist NIGHT BEDS
Title Country Sleep
Homepage NIGHT BEDS
Label DEAD OCEANS
Leserbewertung
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6.2/10 (5 Bewertungen)

Wenn man in einem alten Haus in Nashville lebt, in dem bereits Johnny Cash und June Carter beheimatet waren, muss sich das ja positiv auf die Musik auswirken, die man zu machen gedenkt und dass das Ergebnis dann „Country Sleep” heißt, verwundert auch niemanden. Nun darf man bei Winston Yellen, dem Kof hinter NIGHT BEDS, allerdings keinen kommerziellen Nashville-Country erwarten; vielmehr hat der Jungspund, der die Hauptstadt Tennessees vor einiger Zeit verlassen hatte, nachdem er dort vom College geflogen war und Job und Freundin verloren hatte, um mit seinem Auto kreuz und quer durch die Staaten zu reisen, sich folkige Americana-Sounds auf die Fahnen geschrieben, die es bereits auf drei DIY-EPs zu hören gab, die zwischen 2008 und 2011 erschienen sind.

Jetzt hat der gute Winston das Dead-Oceans-Label im Rücken und der Erstling „Country Sleep“ erblickt das Licht der Plattenläden. Mit seinen zehn Songs und 35 Minuten Spielzeit entspricht die Langrille eher einem Power Napping, ist dabei jedoch keineswegs einschläfernd, auch wenn NIGHT BEDS im Regelfall eher ruhige Töne anschlägt. Beim Opener „Faithful Heights“ verzichtet Yellen gar komplett auf Instrumente, die dafür jedoch beim sich anschließenden „Ramona“ um so mehr zu tun bekommen. Die Nummer treibt straight nach vorn und ist damit der lebhafteste Vertreter auf dem Album, das mit der getragenen Single-Auskopplung „Even When I Try“ seine Fortsetzung findet. Streicher und Klavier sorgen bei der Ballade für eine melancholische Stimmung, die auch beim folgenden „22“ weitergesponnen und um einen dezenten Country-Anstrich ergänzt wird. Nach einem reduzierten Einstieg, bei dem Mr. Yellen seine Stimme in schwindelerregende Falsett-Höhen schraubt, spielt die Slide-Gitarre bei „Borrowed Time“ auf und bringt den Kopf zum Nicken sowie die Füße zum Wippen. Mit „Cherry Blossoms“ und „Wanted You In August“ kehrt dann wieder gepflegte Ruhe ein, der dank des beschwingten „Lost Springs“ erneut ein wenig auf die Sprünge geholfen wird. Am Ende siegt bei „Was I For You?“ und „TENN“ aber doch wieder der nachdenkliche Kuschelkurs des NIGHT-BEDS-Masterminds, der es offenkundig gern ein bisschen getragener und auch dramatischer hat, wie er auf den letzten Metern seiner Tennessee-Hymne zu Gehör bringt.

„Country Sleep“ verbreitet nicht wirklich gute Laune, aber der 23-jährige Winston Yellen
hatte das auch wohl gar nicht vor. Stattdessen berichtet er von Liebe und Verlust, Leidenschaft und Furcht. Da kann schon mal eine leicht schwermütige Stimmung aufkommen, die NIGHT BEDS mit dem Debüt gekonnt umgesetzt hat.

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