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NIGHT RANGER - High Road

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Artist NIGHT RANGER
Title High Road
Homepage NIGHT RANGER
Label FRONTIERS RECORDS
Leserbewertung
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6.0/10 (1 Bewertungen)

Sagt, was ihr wollt, „High Road“ von NIGHT RANGER ist soweit mein Top-Album des Sommers! Veröffentlicht wurde es astronomisch gesehen zwar noch im Frühjahr, aber wen juckt schon Astronomie, wenn es um Rockmusik geht?

Ich soll die Sache hier ernst nehmen und die Musikalität bewerten? Klar, könnte ich. Es ist aber so, dass auch die Mitglieder von NIGHT RANGER sich und ihre Musik noch nie sonderlich ernst genommen haben. Gelungen ist sie, Talent hat die Band auf jeden Fall, alles andere ist pure Eingebung, keine Avantgarde Kunst. Jack, Kelly, Brad, Joel und Eric aus San Francisco haben als Popband begonnen und diese Wurzeln bis heute nicht abgeschnitten. Ihre Songs sind vielleicht geschrieben wie Hard Rock-Nummern, versprühen jedoch den Spaß und die Allgemeintauglichkeit eines Popsongs aus dem Radio. Alle Hardcore-Hardrocker nun also bitte wegklicken. Für alle anderen (wahrscheinlich die Mehrheit der Bevölkerung) gilt: Anhören! Abfeiern!

Schon der Auftakt mit „High Road“ macht gute Laune, egal wie man vorher drauf war. Mit „Knock Knock Never Stop“ geht es genauso unbedarft weiter. Erst der 4. Song „Don’t Live Here Anymore“ schlägt ernstere Töne an. Dieser Track, der stark nach „modernem“ einsamer, aber einfühlsamer Singer/ Songwriter klingt, sticht heraus: Melodisch, harmonisch, melancholisch, wie eine Sommernacht unterm Sternenhimmel. Doch die Nachdenklichkeit bleibt nicht lang. Mit „I’m Coming Home“ heizen die 5 wieder mehr ein. Hier bitte auf die Lyrics achten. Ist ein recht ungewöhnliches Liebeslied. Nichts mit Herzschmerz, Aufreißeraktionen oder Liebeswahn – nein, der Protagonist sagt seiner großen Liebe klar und deutlich, dass er von überall her zu ihr kommen würde, egal was sonst läuft. So einen Mann wünscht sich doch jede Frau, oder?…

Leugnen hilft nichts, Popkultur, Kommerz und Teeniefilme (in denen früher viele NIGHT RANGER-Songs verwendet wurden) verachten erst recht nicht – der Energie von „High Road“ kann man sich nur schwer entziehen. Wenn doch, ist man – pardon – eine engstirnige Spaßbremse. Mit „Only For You Only“ liefert man die obligatorische Piano-Ballade. Für alle, die das zu schnulzig ist, folgt direkt danach „Hang On“, das richtig Biss hat. Das Album endet mit einem Instrumentalstück, („LA No Name“), das in die gleißende Sonne des Westens entführt. Lagerfeuer an, Gitarre raus, zur Abwechslung mal zupfen, Sternenhimmel angucken. Wie wär’s mit Line Dance? Oder einem Ausflug ans Mittelmeer?

Okay, was ihr davon macht, bleibt euch überlassen – aber bitte hört wenigstens mal in „High Road“ rein. In diesem Sinne noch einen schönen Sommer!

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