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NIGHTS LIKE THESE - Sunlight at Secondhand

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Artist NIGHTS LIKE THESE
Title Sunlight at Secondhand
Homepage NIGHTS LIKE THESE
Label VICTORY RECORDS
Leserbewertung
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6.0/10 (1 Bewertungen)

Man kann zu Victory Records stehen wie man will; zwischen all dem ganzen „Myspace-Emo-Death“ Einerlei, welches das Label in den letzten Jahren unter das Volk gebracht hat, befinden sich manchmal doch einige Perlen. So konnten mich 1997, EMMURE, DAMNATION A.D. oder THE SLEEPING durchaus milde stimmen, teilweise sogar begeistern. Ihren guten Ruf unter einigen Musikliebhabern hat das Label jedoch mit ihrer Veröffentlichungspolitik auf lange Zeit hin gestört. Mit NIGHTS LIKE THESE ist aber auf jedem Falle eine Band im Label-Rooster vorhanden, die einen völlig unterschiedlichen Ansatz zur Erreichung musikalischer Härte verfolgt. als andere Kombos, die auf Tony Brummels Label vertreten sind. NLT sind eher in einem Sound-Kosmos zuhause, der an Formationen wie NEUROSIS oder MASTODON gemahnt. Auch CONVERGE sind der Band sicherlich nicht unbekannt. Da aber selbst MASTODON in den Staaten zu kleinen Stars mutiert sind, kann es eine Band, auch mit derart kompromissloser Musik, durchaus zu ordentlichen Verkäufen bringen.

Was auf dem Papier also erst einmal ganz gut klingt, kann über die volle Spielzeit des neuesten Releases „Sunlight at Secondhand“ leider nicht ganz überzeugen. Der Opener „Heart of the wound“ sorgt erst einmal für einen kräftigen Orkan im heimischen Zimmer. Wird in der Anfangsphase noch ungestüm gerockt, während Sänger Billy Bottom wie eine abgestochene Wildsau seinen Frust von der Seele brüllt (bei „Black the sun“ versucht er sich sogar – wenig erfolgreich – an cleanen Vocals), verliert die Band ab dem vierten Song etwas an Wind und nimmt das Tempo zeitweise fast komplett heraus. Der einzige Titel, der sich in der zweiten Hälfte der Platte ein wenig in den Gehörgängen festsetzt, hört auf den Namen „Claw your way out“, der schön psychotisch und verschroben, aber durchaus catchy aus den Boxen quillt. Hier, aber nicht nur hier, höre ich sogar einen Einfluss von alten AMREP Bands, wie HELMET, TAR, LOVE 666 oder etwas UNSANE heraus. Zwischendurch wird gedoomt (fast in SONS OF OTIS Geschwindigkeit), was das Zeug hält, Soundscapes werden aufgebaut und wieder abgerissen. Trotzdem verläuft sich die Platte zum Ende hin doch ein wenig in ihren etwas uninspirierten Sound-Exkursionen.

Das ist aber das Problem vieler Bands dieser Musikgattung: Wenn man einen derart negativen Sound spielt, muss man sich schon darauf verstehen, dabei eine gewisse Spannung entstehen zu lassen. Diese Spannungsbögen sind bei NLT noch nicht Hundertprozentig ausgereift. Pluspunkte der Platte hingegen sind der hervorragende Sound inklusive schön bollernder Drums und das durchaus ansprechende Artwork. Kann in der Zukunft das Songwriting in Bahnen gelenkt werden, die den Hörer etwas länger fesseln, prophezeie ich eine durchweg gelungene dritte CD. Im Moment kann ich leider nur ein „befriedigend“ erteilen.

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