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NIILA - Gespenster

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Artist NIILA
Title Gespenster
Homepage NIILA
Label ANTI LOUDNESS WAR
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Anfang 2012 gab’s das Debüt „Abheutesindwirnichtmehralleine“ von NIILA auf die Ohren, jetzt folgt der Zweitling namens „Gespenster“. NIILA? Richtig, so hieß auch der stille Freund von Matti und zusammen waren sie die Hauptfiguren in „Populärmusik in Vittula“ – sowohl als Film als auch als Roman wärmstens zu empfehlen. Wer sich mit seiner Band auf diese Geschichte bezieht, kann so verkehrt nicht sein, man muss allerdings auch damit rechnen, dass es etwas spezieller wird.

Entsprechend begegneten uns bereits beim ersten Studio-Output Daniel Hirschligau (Gesang & Gitarre), Michael Schellhammer (Schlagzeug) und Kati Hollstein (Bass/Gesang) mit ein wenig abseitigen und nicht wirklich eingängigen Songs, die insbesondere durch ellenlange Titel auffielen. Letztere sind auf „Gespenster“ auf jeden Fall kürzer ausgefallen, dem Mainstream wollen NIILA jedoch immer noch nicht gefallen. Im weitesten Sinne steht stattdessen dreckiger Indie-Rock mit einem Hang zu verkopften Anti-Melodien und manchmal nur schwer nachvollziehbaren Texten auf dem Programm. Der Opener „Mein blaues Pferd“ lässt es für den Anfang zunächst etwas gemächlicher angehen, die Gitarren dürfen jedoch schon mal ein wenig auf den Putz hauen, bevor die „Gespenster“ mit schrammeligem Tempo das Sagen übernehmen. In diesem Sinne schließt sich auch das jaulende „Ich lass mich gehen“ an, während „Tiefes Wasser“ erneut ein bis zwei Gänge zurückschaltet. „Unter den Zypressen“ scheppert es derweil gewaltig und „Was hat sie wütend gemacht“ ist eine Frage, die in ähnlicher Form auch KID KOPPHAUSEN hätten beantworteten können. Währenddessen sorgen getragene Orgelklänge auf „Als ich 6 war“ für eine schwermütige Stimmung, ehe „Das weiße Reh“ in Slow-Motion-Rhythmik zum Finale schreitet.

Im Vergleich zu „Abheutesindwirnichtmehralleine“ präsentieren sich NIILA mit „Gespenster“ heuer deutlich abwechslungsreicher als noch vor zwei Jahren. Nicht jeder Track findet allerdings auch in die Gehörgänge, manches bleibt einfach zu sperrig, aber wer es gern ein wenig eigen hat und sich noch gut an die mittelfrühen TOCOTRONIC erinnern kann, möge NIILA unbedingt Gehör schenken.

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