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NILE - At the Gate of Sethu

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NILE
Title At the Gate of Sethu
Homepage NILE
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.6/10 (116 Bewertungen)

Die musikalischen Herrscher über das altertümliche Ägypten laden ein zu einer weiteren finsteren Reise in das goldene Zeitalter der Pharaonen. Ob der gewaltigen todesmetallischen Saat verdunkelt sich auch diesmal der Himmel unerbittlich und elf frische, komplexe Kompositionen brechen über die erwartungsschwangere, auf´s Neue zu beeindruckende Fangemeinde herein. Mit dem Vorgänger „Those whom the Gods detest“ haben NILE zuletzt ein derart mächtiges Pfund in die Umlaufbahn geschossen, da dürfte es ein ganz besonderer Ansporn gewesen sein, qualitativ hieran anzuknüpfen.

Der Startschuss „Enduring the eternal molestation of flame” zeigt auch gleich Wirkung, denn die Produktion klingt zumindest auf den ersten Höreindruck etwas ungewohnt. Nach einer kurzen, mystisch-atmosphärischen Einleitung fällt sofort die – im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen – geringere Basslastigkeit des Materials auf (was möglicherweise dem Übergang auf Neu-Basser Todd Ellis geschuldet ist), das dadurch weniger „schwer“ wirkt. Dafür lässt der abermals von Neil Kernon in Form gegossene Sound die Gitarrenarbeit wesentlich transparenter als je zuvor zum Ausdruck kommen. Ansonsten vereint der vertrackte Opener aber bereits zahlreiche Band-Trademarks und wirkt nur anfänglich etwas unrund. Spätestens das famose „The fiends who come to steal the magick of the deceased” zerstreut unmittelbar danach ohnehin jeden kleinsten Zweifel. Dieser Track hat alles, was es zu Ruhm & Ehre braucht. Schnell, technisch und hart vermengen sich Blastbeats, brutal-filigranes Schredder-Mosh-Riffing, teils akustische Breaks, furiose Tempiwechsel und variable Vocals zu einer Einheit. Besondere Aufmerksamkeit gilt -nur- hier einer eindringlichen und teils hymnischen Form von Klargesang, der als Kontrast zum tiefen Geröchel und als Ausbaustufe des Refrains zum Titeltrack des letzten Werks ertönt. Auch „The Inevitable Degradation of Flesh” hält dieses Niveau und überzeugt vor allem mit spannend-durchdachter Riff-Virtuosität auf einem hübschen Knüppelbett.

Im Mittelteil des Albums lockern zwei atmosphärische Instrumentals das Geschehen auf. „Slaves of Xul“ erinnert dabei mit Trommel-Perkussion und düsteren Beschwörungsformeln dezent an die „Catacombs…“-Hymne „Die Rache…“, während bei „Ethno-Musicological Cannibalisms“ orientalische Akustik dominiert. Rund um diese beiden Intermezzi geht die wilde Jagd mit irrwitzigen Stücken wie „Natural liberation of fear through the ritual deception of death“ brachial und hochintensiv weiter, allerdings wird innerhalb solcher Dampframmen der Fokus auch mal auf massiv verschleppte Riffmonster (z.B. „Tribunal of the dead“) gelegt oder es werden wie in „Supreme Humanism of Megalomania” punktuell sogar leicht melodische Elemente eingearbeitet. „The chaining of the Iniquitous” (mit gut sieben Minuten diesmal bereits der ausschweifenste Titel) fräst sich schließlich als apokalyptische Deathdoom-Walze durch das Trommelfell – inklusive bedrohlichem Orchestral-Finale, das uns dem Höllenschlund noch ein Stückchen näher bringt.

Auch mit ihrem siebten Studioalbum legen NILE also mal wieder einen Parforceritt hin und hinterlassen ein Schlachtfeld, welches jedem Kriegsgott zur Ehre gereichen würde und das von düsterer Atmosphäre geradezu umwoben ist.

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