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NITROMINDS - Verge of Collapse

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Artist NITROMINDS
Title Verge of Collapse
Homepage NITROMINDS
Label ÜBERSEE RECORDS
Leserbewertung
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Wenn meine Gedanken gen Brasilien schweifen, muss ich immer erst an Telenovelas wie „Die Sklavin Isaura“ denken. Erst dann kommen Fußball, SEPULTURA, RATOS DE PARAO und marodierende Banden, die Touristen am Strand ausnehmen. Muss wohl an meiner Oma liegen, die ein ausgewiesener Liebhaber dieser Serie war… In Zukunft werden in dieser Aufzählung definitiv auch die NITROMINDS auftauchen, denn die haben ein grundsolides, aber was viel wichtiger ist, sehr sympathisches Album vorgelegt. Seit 1994 ziehen die Jungs aus Sao Paulo durch die Weltgeschichte und haben schon diverse Veröffentlichungen bei eben so vielen diversen Labels abgeliefert. In ihrer Heimat sind sie natürlich eine Institution und werden mit den oben genannten Bands in einem Atemzug genannt. Beim Niederschreiben dieser Worte ist die Band im Begriff, ihre mittlerweile siebte Europatournee abzureißen und macht dabei an jeder Milchkanne halt (Vechta! Ich spreche von Dir!). Da gibt es keine Ausrede mehr, sich diese energiegeladenen Old-School-Hardcore Recken nicht anzuschauen.

Musikalisch bietet „Verge of Collapse“ einen bunten Strauß an wohlbekannten Einflüssen, die aber immer gerne zitiert werden dürfen. Der Opener „This World“ gibt gleich mit schwungvollen 7 SECONDS Flair die Marschrichtung vor, um mit dem darauf folgenden Titel „People I Know“ im DAG NASTY Land halt zu machen. Bestes Lied der Scheibe. Punkt. Obendrein erinnert das etwas an den melodischen Melody-Punk von den AMAZING TAILS (falls die noch jemand kennen sollte…). „Hangin´ Out“ klingt sogar nach dem grandiosen JAWBREAKER. Man merkt, dass hier jemand seine Lektion gelernt hat. Liebevolles Zitieren ist in meinen Augen auf jedem Falle immer noch besser als schlecht selbst erfinden. Und da alles frisch und mit genug Druck aus den Boxen schallt, wippt der Fuß unweigerlich mit. Die Produktion kommt dem Genre sehr entgegen. Die Gitarren erzeugen genau den richtigen Druck, es gibt aber noch genug Ecken und Kanten, die die Aufmerksamkeit aufrechterhalten. Und fit an den Instrumenten ist die klassische Dreierbesetzung ebenfalls. Zwei Instrumentals legen Zeugnis von diesen Fähigkeiten ab. Lediglich die Vocals benötigen ein wenig Eingewöhnungszeit, da wird schon das eine oder andere Mal ein wenig schräg gegen die Up-Tempo Beats an geschrieen. Die Lyrics sind meist auf Englisch, zwei Songs sind aber in der Landessprache verfasst. Als Bonus gibt es noch drei Live-Tracks auf die Ohren, die in „authentischer“ Qualität festgehalten wurden.

Wer also noch ein Herz für eine Band hat, die fernab vom momentanen Szene-Gebaren agiert und auf aktuelle Trends scheißt, der sollte die NITROMINDS unbedingt in sein Herz schließen. Tritt live bestimmt mächtig Arsch! Hingehen! Party like it’s 1984!

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