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NITZER EBB - Body of work

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Artist NITZER EBB
Title Body of work
Homepage NITZER EBB
Label MUTE
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Mit NITZER EBB kehrt nun auch der letzte der wirklich großen „alten“ EBM-Acts auf die Bühnen dieser Welt zurück. Im Gepäck nicht nur einige wenige Gigs, sondern mit der vorliegenden „Body of Work“ ebenfalls eine chronologische Retrospektive ihres knapp 11-jährigen Schaffens.

Besonders auf CD 1 zieht sich dies wie ein roter Faden durch die knapp 78 Minuten, zeichnet sie doch sehr genau den musikalischen Werdegang von Bon und Douglas nach. Während sich die erste Phase (inkl. der „Belief“) noch durch sehr anarchischen, straighten und wütenden EBM auszeichnet, merkt man spätestens bei den Songs der „Showtime“-VÖ einen kleinen Bruch (der hier noch keinesfalls negativ gemeint ist). NITZER EBB wurden experimenteller, oben erwähnte Stilmittel reichten ihnen nicht mehr aus und spätestens die jazzigen Elemente bei „Lightning Man“ trieben manch altem Fan die Tränen in die Augen. Eine weitere Entwicklung ihres Sounds fand auf der „Ebbhead“ statt, nun wurde nicht mal mehr vor Gitarren zurückgeschreckt („Family Man“), insgesamt ein sehr facettenreiches Album, aber auch sehr gewöhnungsbedürftig. Ein sehr armseliger musikalischer Nachlass wurde dann „Big Hit“, die Zerrissenheit war der Produktion klar anzumerken und der Split war beschlossene Sache, dementsprechend finden sich auf „Body of Work“ auch nur 2 Tracks von „Big Hit“, damals auch „Big Shit“ genannt, wieder, und man merkt den Tracks an, dass sie nicht ins Gesamtbild passen. Die Songauswahl auf „Body of work“ lässt ansonsten keine Wünsche offen, jeder Kultsong wie z.B. „Isn´t it funny how your body works“, „Shame“ oder „Let your body learn“ ist dabei. Einiges überrascht zwar, z.B. das der 7Inch Mix von „Murderous“ und nicht die zwei Minuten längere Albumversion genommen wurde, ebenso das Weglassen von „Violent Playground“ oder dem krawalligen „Alarm“. Auch hätte ich mir als weiteren Repräsentanten der „Belief“-Ära eher „Blood Money“ als das verwendete „Captivate“ vorstellen können. Auch das ausgerechnet der „Ebbhead“ die meisten Stücke gewidmet sind, kann ich nicht ganz nachvollziehen, sicherlich gibt es bessere Alternativen als „Ascent“, und auf „Kick it“ sowie „I Thought“ von der „Big Shit“ hätte wohl nicht nur ich verzichten können. Die zweite CD bringt dann noch mal 13 rare Mixe und B-Sides, die wesentlich experimenteller als die Originale sind, hört einfach rein, besonders hat mir der „Mix two“ von „Shame“ gefallen, eh eins meiner Lieblingslieder.

Für alle Leute, die sich heute an Bands wie SPETSNAZ erfreuen, ist „Body of work“ genau richtig, kann man hier doch deren Inspirationsquelle näherkommen. „Die Hard“ Fans werden eh alle enthaltenen Tracks haben. So gern wie ich NITZER EBB mag, hoffe ich, dass sie es bei dieser „Best of“ CD belassen, irgendwie wirkt sie für mich ein wenig nach einer schnellen Geldquelle, und ob NITZER EBB eine neue musikalische Botschaft im Jahre 2006 rüberbringen können? Ich weiß es nicht!

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