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NITZER EBB - Industrial Complex (2-CD)

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Artist NITZER EBB
Title Industrial Complex (2-CD)
Homepage NITZER EBB
Label MAJOR RECORDS
Leserbewertung
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6.1/10 (7 Bewertungen)

Als letzte der vier „großen“ EBM-Bands (FRONT 242, SKINNY PUPPY, FRONT LINE ASSEMBLY und eben NITZER EBB), die allesamt vor rund einem viertel Jahrhundert ihre Karriere starteten, legen nun letztgenannte ihr Comeback-Album vor. Ich war gespannt und zugegebenermaßen recht skeptisch, ob es ihnen überhaupt gelingen würde, ein akzeptables Werk hinzubekommen. Seit Mitte November hatte ich Zugriff auf die Online-Version. Hier waren die Stücke allerdings nicht komplett ausgespielt und die Ausschnitte wirkten doch recht belanglos. Wäre dies die Grundlage für meine Rezension gewesen, wäre sie wohl eher schlecht ausgefallen. Aber manchmal hat die Schluderei auch ein gutes, der Zugang war weg und die DCD günstig in einem großen Elektromarkt zu haben.

Seitdem läuft „Industrial Complex“ ohne Unterbrechung und ich bin begeistert ob der Vielschichtigkeit, Ideen und der Assoziationen, die dieser Tonträger jedes Mal aufs Neue weckt. Der erste Gedanke war: „Oh, hier ist alles gelungen, was auf „Big Hit“ völlig daneben ging.“ Mittlerweile hab ich den Eindruck gewonnen, dass „Industrial Complex“ das „Belief“ des Jahres 2010 sein könnte. Douglas und Bon gelingt es, Einflüsse fast aller alten Werke einfließen zu lassen, ohne dabei abzukupfern. „IC“ orientiert sich an den NITZER-Wurzeln, bleibt dennoch frisch und innovativ. Ein Album, das der Großteil der Fans wohl so erwartet/ erhofft hat. Eine Reminiszenz an den eigenen Back Katalog, dennoch mit völlig eigenständigem Klang. Während die beiden Comeback-Scheiben von FRONT 242 („Pulse“) und SKINNY PUPPY („The greater wrong of the right“) eher den Status eines „Außenseiters“ in der jeweiligen Historie innehaben, fügt sich dieses Album perfekt in die NITZER EBB Discographie ein. Größtenteils sind die Melodieläufe auf das Wesentliche reduziert und bewegen sich im gemäßigten Tempo. Ein hoher Wiedererkennungswert erklärt sich durch das oben beschriebene von selbst. In einer phantastischen Tracklist stechen u.a. mit „Going Away“ und „I am Undone“ zwei Songs mit sehr schwermütigen Klängen heraus, „Hit you back“ fesselt mit einem schleppenden Groove, während „Down on your Knees“ ordentlich aufs Gas drückt. Ein weiterer Pluspunkt dieser Veröffentlichung ist Gesang von Douglas, niemals hätte ich ihm so ein weites Spektrum an Stimme bzw. Stimmungen zugetraut. Einfach phänomenal.

Einen – allerdings rein subjektiv empfundenen – „Schwachpunkt“ stellt die Remix-CD dar, ich war und werde nämlich nie ein Fan von Bearbeitungen sein. Deswegen fehlt mir etwas die Objektivität. Insgesamt neun davon enthält der zweite Silberling. An den Reglern waren u.a. Alan Wilder und Douglas Spezi Terence Fixmer. Hier liegt insgesamt gesehen eine technoidere Ausrichtung vor, am besten gefiel mir noch der „Alan Wilder Remix“ von „I am undone“.

In meinen Augen eines der besten Alben der letzten Jahre.

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