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NOCTE OBDUCTA - Nektar – Teil 1: Zwölf Monde, eine Hand voll Träume

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Artist NOCTE OBDUCTA
Title Nektar – Teil 1: Zwölf Monde, eine Hand voll Träume
Homepage NOCTE OBDUCTA
Label SUPREME CHAOS RECORDS
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Ich höre soviel verschiedenartige Musik und auf meinen Schreibtisch landet so viel, dass ich mir manchmal kaum die Namen merken kann. Doch „NOCTE OBDUCTA“ habe ich mir gemerkt. Die Vorgängeralben „Lethe“ (1999), „Taverne“ (2000), „Schwarzmetall“ (2001) und „Galgendämmerung“ (2002) empfand ich schon als sehr interessant, doch spätestens die EP „Stille (Das Nagende Schweigen)“ hat mich in meiner Meinung überzeugt und bestärkt, dass NOCTE OBDUCTA keine gewöhnliche Band ist und weitaus mehr auf dem Kasten hat, als das Evil-Zeichen zu praktizieren, böse zu gucken und ins Mikro zu grölen. „Stille“ war für mich ein musikalisches Meisterwerk für eine Black Metal Band und äußerst ungewöhnlich für dieses Genre. Grinsend hatte ich zur Kenntnis genommen, dass es noch Mitstreiter gibt gegen dieses In-die-Schubläden-stopfen-Syndrom. Aber wollen wir uns nicht beim vorletzten Album aufhalten…

Plötzlich flatterte mir „Nektar – Teil I“ ins Bewusstsein – eine weitere „nur“ 5 Stücke beinhaltende CD, von deren Existenz bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal die bandeigene Homepage genaueres weiß… Da ich leider keine einschlägigen Magazine und Internetseiten beobachte, freute ich mich über dieses zufällige Weihnachtsfest im August wie ein Sonnenkönig. „Nektar – Teil I: Zwölf Monde, eine Handvoll Träume“, die nunmehr sechste Veröffentlichung von NOCTE OBDUCTA, ist, gelinde geschrieben, der Hammer! Nur still und leise hätte ich für möglich gehalten, dass die sechs Jungs aus Mainz ihre letzte Veröffentlichung übertrumpfen könnten. Der Knackpunkt der Freude war bei der MCD „Stille“ noch die knappe Spielzeit von 31.Minuten, doch die vier neuen Songs (plus Intro) sind überlang und haben eine Spielzeit von insgesamt mehr als 50 Minuten. Sie handeln von den vier Jahreszeiten; von einem reinen Konzeptalbum kann aber dennoch nicht die Rede sein, weil jeder der Songs für sich steht, sich dem Hörer ins Ohr bohrt und bunte Bilder bringt – vorausgesetzt, man ist offen für diese faszinierende Darbietung der Band.

Die Musik ist sehr atmosphärisch und es sind viele kleine Dinge eingebastelt, die einen an ein Epos denken lassen. Ansonsten ist es natürlich NOCTE OBDUCTA pur und lässt sich gut in die anderen Alben einreihen; jedoch wird hier öfter mal das Tempo rausgenommen, wieder forciert oder schwingt einige Minuten lang getragen, ruhig und sehnsüchtig in den Kopf des Hörers. Wir haben eine Band vor uns, die sich stilistisch an die Gegebenheiten hält, die hier Death- oder Black Metal heißen, doch sie machen nicht Halt vor Entwicklung und zeitgemäßer Musik. Die Songs wirken durchdacht, sind spitze arrangiert und insgesamt sehr komplex. Ich gebe zu, das ich noch nie ein derartiges Album gehört habe, das solche Strukturen aufweist… und ich habe viel gehört, glaubt mir. Die Fortsetzung „Nektar – Teil II“ wird voraussichtlich im Januar 2005 erscheinen und sich in seiner ersten Hälfte mit einem Blick zurück, mit dem Gestern, und damit dem Beginn der Arbeit an „Nektar -Teil I“ beschäftigen, während die zweite Hälfte einen Blick in die Zukunft darstellt, um dort durch drei völlig unterschiedliche Stücke ganz bewusst die Frage nach der weiteren Entwicklung dieser Ausnahmeband offen zu lassen.

Gebt dieser Band eine Chance – die Jungs haben sie sich verdient! Mein großes Lob an alle Beteiligten, ich freue mich jetzt schon auf „Nektar – Teil II“ …

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