| Artist | NOCTE OBDUCTA |
| Title | Stille – Das nagende Schweigen |
| Homepage | NOCTE OBDUCTA |
| Label | SUPREME CHAOS RECORDS |
| Leserbewertung |
NOCTE OBDUCTA gehören mittlerweile seit 8 Jahren zu den innovativsten Bands im deutschen Black Metal-Umfeld. Sämtliche 4 Veröffentlichungen wurden von den allermeisten Kritikern abgefeiert, so unterschiedlich diese auch sein mögen. Musikalische Wandlungsfähigkeit war schon jeher Prinzip nicht billige Flucht bei den Mainzern, die ihre Fans anscheinend auch gerne mal an der Nase herumführen. So veröffentlichte man mit „Schwarzmetall“ einen rohen Klumpen Musik, der so gar nicht zu den ansonsten feinsinnigen Eruptionen der Nachtschwärmer passte und dennoch begeistert aufgenommen wurde. Sicherlich hatten auch damalige Labelprobleme einen gewissen Einfluss, die allerdings mit dem Wechsel zu Supreme Chaos Records jetzt behoben sein sollten.
Auch scheint den Deutschen ein stabiles Line Up nicht vergönnt zu sein, besonders am Bass herrscht anscheinend eine Art russisches Roulette. Erik, den das Presse Sheet erwähnt, ist nicht mehr dabei und der „kühne Recke“ (O-Ton Homepage) Martin nahm zumindest an den Aufnahmen zu „Stille“ auch nicht teil, Marcel übernahm zusätzlich dessen Part. Immerhin hat man mittlerweile 2 Gitarren im Bandgefüge, was sich live sicherlich auszahlen wird. Eine weitere interessante Randnotiz: Auf der Homepage wird als nächstes Projekt (ausgehend vom Jahr 2002!) eine Art Konzeptalbum über die Jahreszeiten erwähnt, 5 bereits betitelte Songs mit einer Gesamtspieldauer über 50 Minuten. Dazu ist es aus welchen Gründen auch immer ja nun nicht gekommen, stattdessen haben wir eine MCD vorliegen, die mit ihren 5 Songs immerhin die 30 Minuten Marke knackt.
„Die Schwäne im Moor“ beginnt ruhig, bleibt ruhig, endet ruhig, ein melancholischer Dark Metal Song mit relativ cleanem Gesang, ein wenig angelehnt an DORNENREICH. Danach beehren uns die „Töchter des Mondes“, ein Stück, welches ebenfalls still beginnt, mit einem sehr prägnanten Bassthema, das sich dann aber zu einem recht groovigen Midtempostampfer entwickelt, bevor die Akustikgitarren den Mond wieder auf den Boden zurückholen. Beide Stücke sind nur eines: SUPERB! „Der Regen“ wirkt aggressiver, mit teils gedoppeltem Gesang (Grunzen und Kreischen) und Double Bass. Plötzlich erklingt sogar ein eingängiger Mosh-Part, bevor es wieder dark metallisch wird. Und so geht es weiter, das abschließende „Vorbei“ enthält den größten Anteil schwarzmetallischer Vocals und einige interessante Keyboardläufe. Und dann ist es wirklich vorbei und man möchte gleich wieder von vorn beginnen…
NOCTE OBDUCTA feiern mit dem nagenden Schweigen ein exzellentes Debüt bei ihrem neuen Brötchengeber. Man verknüpft elegant melancholische Elemente mit außergewöhnlicher deutscher Lyrik und aggressiven Einschüben. In dieser Form ist noch sehr viel von den Süddeutschen zu erwarten und vielleicht… findet man sogar mal einen ausdauernden Menschen am Bass!

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