Band Filter

NOISEAUX - Out Now

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NOISEAUX
Title Out Now
Homepage NOISEAUX
Label JEANNE DARK RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Gesprochen klingt NOISEAUX ungefähr wie „nwazo“ oder ein schnelles Noah Sow – womit wir beim Mastermind der Kapelle wären. Denn hinter der Hamburger Band verbirgt sich die 35-jährige Hörfunkmoderatorin, Sprecherin, Journalistin, Musikerin, Produzentin, Schauspielerin und Autorin Noah Sow, welche dieser Tage gemeinsam mit ihren multinationalen Mitstreitern Peng! (Gitarre), Jet (Bass), Lars (Drums) und Gomez (Gitarre) ihr Debüt „Out Now“ herausbringt. Musikalisch ordnet sich das Quintett im „Afropunk/ Landeszentralpunk/ Post-Whatever“ ein – ich will es mal einfach lauten Rock mit viel Biss nennen. Dabei zeigen sich NOISEAUX bei ihrem Erstling sehr ambitioniert, denn sämtliche Songs gibt es einmal in deutscher und zusätzlich auch in englischer Sprache.

Entsprechend haben wir es mit insgesamt 22 Songs auf zwei CDs zu tun, denen zusätzlich zwei Booklets mit Texten und Anmerkungen beigefügt wurden. Um es vorweg zu nehmen: Die Lieder machen in beiden Varianten jede Menge Spaß und lassen es ordentlich krachen. Den Anfang macht eine Nummer mit Lyrics frei nach einem Gedicht von Ernst Jandl (einem bereits verstorbenen Dichter aus Österreich). „Wartezimmer“/ „Waiting Room“ geht ohne Umschweife in die Vollen und macht Lust auf mehr. Dem schließt sich die erste Single-Auskopplung „Stillstand“/„Cessation“ mit eingängigen Sounds an, bevor „Immer wieder“/„Nothing Stays The Same“ eindeutige FOO-FIGHTERS-Einflüsse auf NOISEAUX erkennen lässt und im positiven Sinne ein wenig wie die härtere Ausgabe von SILBERMOND klingt. Das treibende „Stempel“/„This Street“ bringt dank Keyboard-Einsatz einen Hauch NDW-Flair mit, ehe „Chaos“ Platz für große Emotionen macht. Für meinen Geschmack hätte der Track noch ein bisschen mehr Wumms vertragen, der sich mit „Hauptsache weg von hier“/„Sirens“ umgehend einstellt. „Das Ziel ist der Weg“/„Are You Sirius“ macht knackig weiter, bevor „Keine Kommentare“ mit flotten Klängen auf Noah Sows Äußeres anspielt. Mit ihrer unbändigen Lockenmähne und dem dunklen Teint wird die in Bayern geborene und aufgewachsene Noah wahrscheinlich mehr als einmal irgendwelche wenig schlauen Sprüche zu hören bekommen haben. Nicht nur musikalisch hat sie diese Erfahrungen umgesetzt, auch das Buch „Deutschland Schwarz Weiß“ über alltäglichen Rassismus in Deutschland dürfte hier begründet sein. „Ganz allein“/„Dark Star“ beschäftigt sich mit Depression, Ausgrenzung und Kunst – verpackt in krachende Rhythmen mit einem explosivem Refrain. Wer hätte gedacht, dass Noah Sow ein MÜNCHNER-FREIHEIT-Fan ist? Den Beweis liefert ihre Adaption des Titels „Zeig mir die Nacht“/„Show Me The Night“ vom ersten Album der Deutsch-Popper, die übrigens ganz angetan sein sollen von der NOISEAUX-Variante ihrer ersten Single. Mir gefällt das rockige Cover auf jeden Fall deutlich besser als die Vorlage. Mit „Endlich Wut“/ „Cry of Rage“ gibt der Fünfer am Ende noch mal Gas – ganz nach der Entsprechung der Textzeilen „Was lange gärt, wird endlich Wut“ und „Es ist kein Verbrechen für Freiheit laut zu sein – Ihr hört nicht, wenn wir sprechen, drum müssen wir so schreien.“

„Out Now“ ist sicher mehr als nur gute Musik. Die Songs sind auch ein politisches Statement der umtriebigen Fronterin, die 2001 aus der „Popstars“-Jury ausschied, weil sie das „unmögliche Menschenbild“, das in der Castingshow im Umgang mit den Kandidaten herrschte, nicht mittragen wollte. Die Mucke macht Laune und der Umstand, dass Noahs Texte bereits in den USA im Germanistikstudium verwendet werden, spricht Bände.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu NOISEAUX