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NORBERT SCHNEIDER - Medicate My Blues Away

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Artist NORBERT SCHNEIDER
Title Medicate My Blues Away
Homepage NORBERT SCHNEIDER
Label TELEMEDIA MUSIC
Leserbewertung
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3.0/10 (2 Bewertungen)

Wie viele Musiker hat NORBERT SCHNEIDER schon frühzeitig seine Liebe zur Musik entdeckt. Bereits mit neun Jahren lernte er klassische Violine. Später kam dann auch die Gitarre dazu, die er sich autodidaktisch beibrachte und seinen Stil durch das Studium seiner musikalischen Helden verfeinerte. Später kamen dann auch Auszeichnungen für das musikalische Tun hinzu. Der Vienna Blues Award oder der Concerto Poll Preis seien da als Beispiele erwähnt. Vor allem die Erwähnung des Blues Awards ließ meine Erwartung an das Album steigen, auch wenn der Name dieser CD mich etwas anderes befürchten ließ.

Und, um es vorweg zu nehmen, genau das ist auch eingetreten. Alle, die hier ein klassisches Blues-Album erwarten, können direkt aufhören zu lesen. Mir war selbst die Enttäuschung im Gesicht abzulesen, als ich die CD das erste Mal gehört hatte. Was war das? Herr Schneider wildert hier abseits des Blues in Jazz, Folk und Pop und den Rhythmen typischer Bigbands, kokettiert mit diversen Helden, und bleibt dabei aber hinter den Erwartungen zurück. Schon der Einstieg macht deutlich, was ich meine. Flotte Melodie und das Grundwerkzeug des Blues ist vorhanden, jedoch ist das Material mehr Pop und tut keinem weh. Auch der Namensgeber des Albums bleibt dem Stil des Einstiegs treu. Gute-Laune-Musik, etwas Humor und definitiv ein Gespür für flotte Melodien, aber irgendwie zahn- und harmlos kommt der Song daher. Erst bei „Grain the Sand“ bricht der Künstler etwas aus und liefert ein Stück, welches dank dezenter E-Gitarre und eines gewissen melancholischen Grundtons etwas anders ist. Das Gleiche trifft auch auf „Chocolate Elvis“ zu. Hier erkennt man deutlich die Talente, die wohl zu den Auszeichnungen der Musik Schneiders geführt haben. Definitiv ein Highlight für mich. Neben den Eigenkreationen liefert der Herr auch noch zwei äußerst eigene Interpretationen zweier Klassiker. Zum einen „Lipstick Traces (On A Cigarette)“, das man als gelungen bezeichnen kann, zum anderen aber auch „The Heat Is On“. Und hier wird, zumindest für meinen Geschmack, das Cover weder dem Original gerecht noch dem Anspruch auf Innovation. Es fehlen deutlich Biss und Wildheit des Klassikers. Wo ich jedoch nicht meckern kann, ist der Sound. Passend zur dezent-poppigen Musik passt eine saubere zurückhaltende Produktion.

Wie soll ich hier zum Schluss urteilen? NORBERT SCHNEIDER versteht sein Handwerk. Das Material ist nicht übel. Melodien, Instrumentalisierung und Klang stimmen definitiv. Nur wurde hier deutlich der Blues mit Medikamenten (Sedativen) behandelt und betäubt. Anhänger dezenten Pops, mit Verweisen auf Jazz und Blues können ein Ohr riskieren. Der eingefleischte Blueser jedoch kann hier getrost einen Bogen drum machen.

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