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NORDVARGR/ DRAKH - Infinitas in Aeternum

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Artist NORDVARGR/ DRAKH
Title Infinitas in Aeternum
Homepage NORDVARGR/ DRAKH
Label CYCLIC LAW
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Das auf dem Quebecer Dark Ambient Label CYCLIC LAW erschienene „Infinitas in Aeternum“ ist das neueste Werk vom Herrn Henrik Nordvargr Björkk. Das muss von vornherein erwähnt werden, bevor diese Behauptung ihre Richtigkeit verliert: Angesichts der außergewöhnlichen Kreativität des im Industrial sehr bekannten Künstlers, mögen nämlich ein paar neuere Projekte noch vor Ende dieser Rezension das Tageslicht erblickt haben… In einer Szene, wo man sich sonst gerne Zeit lässt, um geduldig und unerschöpfbar die sporadischen, streng limitierten Sammlerausgaben seiner Lieblingsgruppen aufzuspüren, gilt der Schwede, dem man solch berühmte Projekte wie MASCHINENZIMMER 412, FOLKSTORM, HH9, TOROIDH oder auch INCINERATOR INTERNATIONAL zu verdanken hat, als ein Sonderling, wenn nicht gleich als Wahnsinniger. Nicht genug, daß er seine Hörerschaft fünf mal im Monat mit neuen Veröffentlichungen überfällt, er traut sich auch an jede Sparte heran, sei es nun Power Electronics, technoides Post-Industrial, experimentelle Collagen oder Neofolk. Zusammen mit seinem Mitstreiter von MZ 412 forscht er seit kurzem mit dem Projekt NORDVARGR/ DRAKH in einer wohl ruhigeren Richtung, wobei das vorliegende Werk ihr Zweitling ist.

Der etwas schwülstige, doppelt gemoppelte Titel (wohl ein Merkmal des Duos: Das vorige Opus hieß „Cold Void of Nothing“) legt einem die langsame und unendliche Irrfahrt im zeitlosen Hohlraum nahe. Und wenn ich das Album höre, kommt mir tatsächlich, trotz der übrigens sehr schönen Negative schwedischer Wildnis, die das Booklet verzieren, das Bild eines modernen Odysseus, der in einem interstellaren, unmenschlich grandiosen Olymp umherirrt. Die Musik ist zwar Dark Ambient in Reinkultur, also ruhig und düster, wie man es sich nur wünschen kann, aber zugleich abwechslungsreich, gar mit experimentell-spielerischen Passagen. Nebst den gewohnten Drones hört man hier und da Wolfsgeheule, entferntes Glockenleuten, sirenenartiges schrilles Schreien (oder etwa das Knirschen eines Geisterzuges?) und auch zeitweilig Gesang, der dem der tibetischen Mönche ähnelt und damit für eine zum Teil rituelle Atmosphäre sorgt. Sogar verzerrte Gitarrenakkorde geben dem Stück „Black Emitting Oven“, im übrigen der Höhepunkt des Albums, ein nicht unangenehmes Krautrock-Flair.

Im großen und ganzen bleibt die Stimmung aber beklemmend und obgleich – oder gerade wegen – der einleitenden Warnung „There is nothing to be afraid of“ stets kalt und bedrohlich. Dabei sind die seltenen melodischen Ansätze nur kurzlebige Schimmer der Hoffnung, trügerischer Sternenstaub: Tatsächlich fällt man in dieser Odyssee nur von siderischen Friedhöfen in nimmer enden wollende schwarze Löcher. Da wo die früheren, krachigen Werke Björkks die Zerstörung ausdrückten, ist „Infinitas in Aeternum“ nur noch ein Echo von bereits verschollenen Zivilisationen, wie jene Lichter am Himmel, die von längst verstorbenen Gestirnen erzählen.

Das Label wiederum sorgt wie gewohnt bei Cyclic Law für eine dezente aber wirkungsvolle Gestaltung. Die CD kommt in einem Pappschuber mit integriertem zwölfseitigen schwarz-weiß Booklet. Insgesamt also eine schöne, der Saison angepasste, deprimierende Veröffentlichung, die sich am besten laut und ungestört von den alltäglichen Endlichkeiten genießen lässt.

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