Band Filter

NORMAN PALM - Shore To Shore

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NORMAN PALM
Title Shore To Shore
Homepage NORMAN PALM
Label CITY SLANG
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Im DIY-Verfahren schmiss der Kunsthochschüler NORMAN PALM mit Wohnorten in Paris und Berlin vor zwei Jahren seine Debütplatte mitsamt 200-seitigem Buch auf den Markt und hatte damit allen Unkenrufen zum Trotz Erfolg. Jetzt meldet sich der im emsländischen Meppen aufgewachsene Palm mit seinem zweiten Streich zurück, der allerdings nicht mehr viel mit den Singer-/ Songwriter-Ideen des Erstlings zu tun hat. Anno 2010 macht der Hauptstädter, den es der Liebe wegen immer wieder nach Mexico City zieht, vielschichtigen Indie-Pop und verzichtet mal abgesehen vom Booklet auf ergänzende Lektüre.

Natürlich bleibt es jedoch grundsätzlich auf „Shore To Shore“ melancholisch und auch der näselnde Gesang behält seine Introvertiertheit, während der Sound weiterhin nicht am akustischen Sechssaiter vorbeikommt. Hinzugekommen sind jedoch im Berliner Studio dreier Exil-Finnen Ukulele, Beat, Chöre, Afrikanisches, Technoides und Synthetisches. Einen ersten Vorgeschmack dieses Konglomerats bietet der Opener „Stop/Start“, ehe es mit „Smile“ sehr zu meiner Freude und mit viel Intensität WILCO-like weitergeht. Die Handclaps von „Images“ stimmen auf ein „Graceland“ in der Version 2.0 ein, die sicher auch PAUL SIMON gefiele, ehe es mit dem groovenden „Landslide“ im gemächlich schwofenden Country-Pop-Rhythmus durch die weite Prärie geht. „$ 20“ startet als ruhige Akustikballade, um schließlich mit einem krautigen Synthesizer-Steelplan-Instrumental auszuloopen. Mit „WDYD“ bleibt NORMAN PALM noch einen Moment in zurückhaltenden Gefilden, bevor „Easy“ Fahrt aufnimmt und zum entspannten Tanzen einlädt. „Sleeper“ präsentiert sich keinesfalls verschlafen, sondern sehr beschwingt und bekommt vermittels Steelpan einen Hauch Karibik verpasst. Das gleiche Instrument hat beim zunächst sehr schmachtenden „Phantom Lover“ (wohl der vermaledeiten Fernbeziehung geschuldet) einen eher afrikanischen Duktus, mit dem sich im Einklang mit Synthie-Drums der ganze Herzschmerz in treibendes Wohlgefallen auflöst. Zum Schluss gibt’s mit „Go To Sleep“ dann auch noch waschechten Singer-/Songwriter-Stuff, der den Reigen versöhnlich schließt.

NORMAN PALM ist schon viel rumgekommen in seinem Leben und das hört man auch „Shore To Shore“ an. Statt norddeutscher Provinz bestimmt die große weite Welt den Ton auf dem Silberling, der auf diese Weise sehr abwechslungsreich und harmonisch rüberkommt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu NORMAN PALM