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NOUVELLE VAGUE - 3

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Artist NOUVELLE VAGUE
Title 3
Homepage NOUVELLE VAGUE
Label PIAS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

NOUVELLE VAGUE, die es sich seit 2003 zur Aufgabe gemacht haben, alten New Wave und Punk Klassikern in ihrem ganz eigenen Stil neues Leben einzuhauchen, veröffentlichen nun nach „Nouvelle Vague“ und „Bande a Part“ ihr inzwischen drittes Album, welches dann auch einfach den schlichten Titel „3“ trägt. Interessant ist, dass sie die Klassiker im Bossa Nova Stil aufbereiten, was genau wie NOUVELLE VAGUE und New Wave übersetzt „Neue Welle“ bedeutet. Damit wäre dann auch die Verbindung zwischen allen drei Begriffen hergestellt und solche Spielereien finde ich ja irgendwie immer interessant. Aufmerksam geworden auf die Band bin ich schon vor einiger Zeit, als man einem meiner Lieblingssongs von YAZOO („Don´t go“) ein neues Gewand verpasst hatte oder man dem genialen „Too drunk to Fuck“ von den DEAD KENNEDYS genau das gewisse Maß an Sexyness und alkoholseliger Stimmung gab. Dies gefiel anscheinend auch ROBERT RODRIGUEZ, denn er brachte den Titel direkt in seinem Film „Planet Terror“ unter. Und genau da passt er auch hin.

Aber nun zu „3“. Dieses Mal hat man sich an so illustren Gestalten wie DEPECHE MODE, den SIMPLE MINDS, THE POLICE oder auch an den SEX PISTOLS vergriffen. Herausgekommen ist ein leichtes und beschwingtes Sommeralbum, das sowohl mit gefühlvollen Momenten, als auch mit dem ein oder anderen tanzbaren Stück dienen kann, die einfach Laune machen. Gleich der Einstieg mit „Master and Servant“ ist absolut gelungen, hat man dem Original, in dem es nun recht offensichtlich um SM geht, sämtliche Härte genommen und daraus eine sehr verspielte Version gebastelt, die SM plötzlich wie den absoluten Blümchensex klingen lässt. Übrigens konnte man für diesen Song Martin Gore als Gastsänger gewinnen. Sehr gefällig ist auch „Road to nowhere“ von den TALKING HEADS, das doch recht nah am Original geblieben ist, aber dennoch einen eigenen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Meine heimlichen Favoriten auf „3“ sind dann aber doch „All my colours“ von ECHO & THE BUNNYMEN sowie „Parade“ von MAGAZINE. Dies sind zwar eher die traurigeren Stücke, aber absolut gefühlvoll umgesetzt. Wobei ersteres auch wieder nicht so sehr vom Original abweicht. Was daran liegen mag, dass ECHO & THE BUNNYMEN teilweise einen ähnlichen Stil verfolgen. Tanzbar und lustiger wird es dann bei „Ca plane pour moi“ von PLASTIC BERTRAND, bei dem echte Partystimmung aufkommt und man kaum die Füße stillhalten kann. Austin Powers würde das wohl „groovy“ nennen. Das raue „God save the queen“ von den SEX PISTOLS wurde ähnlich wie bei „Master and Servant“ komplett umgekrempelt und plötzlich klingt der Ausspruch „No future“ gar nicht mehr so schlimm und viel weniger hoffnungslos. In Kombination mit der süßen Frauenstimme von Mélanie Pain sogar fast niedlich. Wirklich faszinierend was man aus einem Song so alles rausholen kann. Dafür kommt bei „So lonely“ im Original von keinem geringeren als THE POLICE der direkte Schlag in die Magengrube und man fühlt richtig wie die Woge der Einsamkeit über einem zusammenschlägt. Dieses Gefühl wird aber sogleich von „Not Knowing“ von MINIMAL COMPACT fortgespült und macht der Leichtigkeit platz, unterlegt mit Bläsern und rhythmischem Klatschen lässt es mich irgendwie an Spanien denken. Zu guter letzt folgen noch „Aussi Belle Qu’une Balle“ und das von mir (im Original) verhasste „Such a shame“ von TALK TALK. Ich sage extra im Original, denn das NOUVELLE VAGUE Cover hingegen gefällt mir ausgesprochen gut und bildet einen perfekten Abschluss für ein fast perfektes Album.

„3“ ist absolut gelungen und bietet mal nicht die üblichen, meist langweiligen oder schlecht gemachten Coverversionen. Und jeder, der meint, diese ganzen Klassiker schon tot gehört zu haben, wird jene an dieser Stelle mit völlig neuen Ohren wahrnehmen und mit großer Sicherheit auch mögen, wenn er Experimenten nicht von vorneherein kritisch gegenüber steht. Für mich in jedem Falle das Sommeralbum des Jahres, mit dem man eigentlich nichts falsch machen kann.

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