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NOVAKILL - I Hate God

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NOVAKILL
Title I Hate God
Homepage NOVAKILL
Label REPO RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Aus dem fernen Australien können auch elektronische Töne stammen, jedenfalls ist NOVAKILL die einzige mir bekannte EBM Band von Down-Under, die bisher sehr positiv auffiel und schon ihren eigenen Stil (gefunden) hat. Nachdem ich über mehrere Jahre nichts von den Herren gehört hatte, kam die Promo vom dritten Album „I Hate God“ doch recht überraschend, aber ich war gleich heiß darauf, den Silberling in den CD-Player zu legen.

Mit „Mistaken For God“ versucht man gleich den EBM Vorsatz auszuführen, im bescheidenen Midtempo ist der Song zwar gut geworden, aber für den Anfang einer CD doch etwas lahm. Die normalen Stilmittel liegen natürlich vor: Einfacher, knallender Beat mit guten Basssequenzen, auch der Verzerrer kommt vermehrt zum Einsatz, aber mir fehlt leider die besondere Eigenart von NOVAKILL, die ich so attraktiv fand. Spätestens bei „Demonizer“ und „weWORK“ wird man das komische Gefühl nicht los, dass Jean Luc de Meyer (FRONT 242/ CRASH32), POUPPÉE FABRIKK oder ARMAGEDDON DILDOS beim Gesang Pate standen, es klingt nach einigen anderen Bands, aber ich vermisse NOVAKILLs Ausdrucksform wie beim Vorgängeralbum „Kill Everyone“. Bleiben wir fair, der Shouter bringt es gut rüber und es passt einfach, jedoch wäre der aktuelle Output ideal für Leute, die die bisherigen Alben nicht kannten, denn irgendetwas ist doch verloren gegangen. Speziell bei „weWork“ versucht man es auf RAMMSTEIN, leider sind wir als Deutsche vorbelastet, wenn man – Zitat – „Arbeit macht frei“ singt, was auch mich nicht unberührt lässt, besonders mit dem gerollten „R“. Soundtechnisch haben sich die Aussis ein wenig weiterentwickelt, aber in einigen Fällen klingen die Sounds doch fast identisch, so kommt es auf dem Album ab und an zu Verwechslungsgefahr. Am meisten machen mir die langsamen, verspielten Tracks à la “Crusade“ oder besonders „Incise“ Spaß, die mit einer besonderen Schwermut und lauten harschen Klängen eine gehörige Portion mitreißender Melancholie erzwingen. Bei den drei Remixen ist nichts besonderes zu erwarten, nettes Gimmick, mehr aber nicht, bringt keine neuen Farben in die Geschichte.

NOVAKILL haben sich nicht unbedingt weiterentwickelt, sondern ihre Form nur leicht geändert. nicht unbedingt zum Schlechteren, denn man bietet trotzdem noch gutes Niveau, das ist jedoch wie immer Geschmacksabhängig. Als Anspieltipp empfehle ich „Sleepwalk“, der irgendwie das Beste aus beiden Welten beinhaltet und ein spitzenmäßiger EBM Song geworden ist.

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