Band Filter

NOVALIS - Paradise…?

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NOVALIS
Title Paradise…?
Homepage NOVALIS
Label ARS MUSICA DIFFUNDÉRE
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Sachsen scheint ja tatsächlich die Hochburg des deutschen Neofolks zu sein. DARKWOOD, FORSETI oder DIES NATALIS seien da nur einmal als Beispiel erwähnt. NOVALIS aus dem erzgebirgischen Schönheide haben mit ihren zweiten Album „Paradise…?“ durchaus das Potential, in die Liga der genannten Formationen zu gelangen. Auch optisch kommt der Silberling ansprechend daher: in dunklem Grünton gehalten glänzt auf dem Pappschuber ein Nebelmotiv. Um so klarer ist, was dann an das Ohr dringt.

Reiner Neofolk ist es nicht mehr, was das Trio Schumann/Hinkel/Krell da eingespielt hat; ein deutlicher Wave-Einschlag macht sich bemerkbar. Ein Sammelsurium diverser Gastmusiker sorgt für reichhaltige Klangvielfalt, so dass ich mich bei der Kombination aus Akustik, Schlagzeug und Keyboards spontan an OSTARA vor deren Britpop-Phase erinnert fühle. Der Gesang von Stev Schumann bietet dabei eher VELJANOV’sches Timbre. Nach dem Intro geht es bei „Last Summers Rose“ gleich recht wavig-poppig zu Werke, wobei aber auch NOVALIS teilweise am typischen Sachsen-Neofolk-Syndrom kränkeln: ein grammatisch wie auch phonetisch gewöhnungsbedürftiges Englisch! Hört man aber großzügig darüber hinweg und lässt sich einfach auf „Paradise…?“ ein, vermögen die Songs wahrlich durch ihre Abwechslung zu verzaubern. „Where is the Paradise“ könnte auch auf der „Tristan“ von DIES NATALIS nicht fehlplaziert sein, ein Track später sägt aber schon leise die E-Gitarre im Refrain. „When darkness falls“ ist wiederum ein wunderschöner Popkandidat, bei „In her arms“ winken aus der Ferne KUTNA HORA, und Lieder wie „Jonas“ streifen eher OSTARA. Mein persönlicher Favorit ist und bleibt aber das introvertierte „September Day“ wo fragile Gitarrenklänge schwebende Muster weben und das spät einsetzende Drumming erst die Dynamik im Lied weckt.

Zu guter Letzt rundet ein Videoclip die Scheibe ab und zeigt einen Auftritt beim Summer Darkness Festival in Utrecht. Mit „Of the Golden Future Time“ vom Debüt „Last Years Calling“ stellt die Formation so ihre Livequalitäten unter optischen wie akustischen Beweis. Paradiesisch wäre für den NOVALIS-Zweitling wohl ein etwas übertriebenes Attribut, aber ich ziehe trotzdem achtungsvoll meinen imaginären Hut vor einem schönen Album. Damit werden sich die Erzgebirgler noch einiges an Aufmerksamkeit sichern!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu NOVALIS