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NSANE - Catharsis

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Artist NSANE
Title Catharsis
Homepage NSANE
Label RAPE OF HARMONIES
Leserbewertung
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7.8/10 (16 Bewertungen)

Der Wahnsinn hat viele Namen, in einem davon fehlt sogar der Anfangsbuchstabe. Doch auch ohne das „i“ scheinen NSANE ganz gut klar zu kommen, immerhin können sie mit „Catharsis“ nun ihr Debüt Album vorlegen.

Dieses enthält zwölf Kompositionen aus dem (wie sie selber sagen) Metalcore-Bereich, wenn auch deutlich mit melodischen Death-Metal Einflüssen angereichert. Statt auf Breakdowns in Hülle und Fülle setzen die fünf aus Gera stammenden Jungs auf Schweden-Tod-Riffing und nutzen gemeines Geknüppel anstelle der Double Bass. Mit bösen Shouts und Growls, Gefauche und Gekrächze rührt man weiterhin den Tödesmörtel gehörig an und kreiert so eine ziemlich beklemmende Atmosphäre innerhalb der Klangwerke. So beginnt der Opener „Sleepless Dream“ mit einem kleinen Sample und startet dann in den infernalen Sog des Wahnsinns, bei dem man sich vor seinem inneren Auge in einer verlassenden Landhaus-Villa bei Gewitter verzweifelt umherirrend sieht, um sich vor mordlustigen Zombies zu verstecken. Okay, in diesem Punkt ist da jeder seiner Fantasie überlassen, der springende Punkt ist einfach, dass es sehr düster zur Sache geht. So geht es dann auch im folgendem „Follow Me“ weiter, bei welchem der kurze, gesungene Clean-Part gegen Ende ein wenig an den guten OZZY erinnert – würde da schon gut reinpassen, der Lord Of Darkness. „Dunkel“ geht es dann auch in den übrigen zehn Titeln weiter. Vokalist Pablo wechselt gekonnt zwischen diversen Tonlagen und bleibt trotz der Rhythmus- und Tempowechsel den Axtschwingern Harty und Mendosz stets auf der Spur. Diese Wechsel sind es auch, die neben den ordentlichen, klugen Riffs großen Anteil an der wahrlich erstklassig erzeugten Atmosphäre haben. Mal recht straff im Tempo, dann wieder gemäßigt und bedrohlich und dann wieder gnadenlos treibend: man kommt sich vor wie bei einer Hetzjagd, bei der man für einen Augenblick lang denkt, in Sicherheit zu sein, bis man dann doch wieder den Atem des Verfolgers spürt. Besonders gelungen ist „Once A New Day“, eingeleitet durch ein Sprachsample, bis einem der Schrei Pablos durch die Glieder fährt und Gitarre und Schlagzeug auf einen niederstürzen. Das ganze wird äußerst gut von Basser El Kaméro untermalt. Dann wieder das Sprachsample und mit dem Einsetzen des brachialen Sounds vernimmt man im Hintergrund nur noch Verzweiflungsschreie und das Shouting, bis der schaurige Trip mit verzerrten Radiogeräuschen endet. Wenn man sich dann irgendwann wieder unter der Bettdecke hervortraut, bekommt man das eingängige „Newstime“ auf die Ohren – und wieder wird es sehr sehr dunkel…

Mit der Bezeichnung „Metalcore“ kann ich mich bei NSANE nicht wirklich anfreunden, wohl aber mit dem Liedgut auf „Catharsis“, welches einen 37 Minuten lang nicht zur Ruhe kommen lässt. Technisch sind die Jungs sehr versiert, was durch die ganz ordentliche Produktion gut zur Geltung kommt. Doch noch mehr als die Musik an sich hinterlässt die Atmosphäre Eindruck bei mir. Zwölf komplexe, raffinierte Kompositionen hat man zusammengestellt, die sich nur schwer im einzelnen beschreiben lassen. Lasst es mich so sagen: NSANEs „Catharis“ ist der perfekte Soundtrack für die Fantasie des eigenen Wahnsinns.

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