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NUMEN - Basoaren Semeak

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Artist NUMEN
Title Basoaren Semeak
Homepage NUMEN
Label GOI MUSIC
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

BASKEN sind stolz! Sei es nun Münchens Fußballer Bixente Lizarazu oder (leider in übertriebenem Maße) die ETA. Aber wo könnte man Gefühle wie „Stolz“ oder auch „Hass“ besser transportieren als im Black Metal, wo ja die Erhabenheit von jeher ein Qualitätsmerkmal war? NUMEN sind Basken und NUMEN sind Schwarzmetaller, sogar die besten baskischen Schwarzmetaller, was angesichts fehlender Konkurrenz möglicherweise ein lächerliches Statement zu sein scheint. Dem ist aber nicht so! Seit 1997 frönt man unnachgiebig den extremen Klängen und hat in dieser Zeit bereits 2 MCDs und eine Full Length herausgebracht, das alles komplett in baskischer Sprache, weshalb die Albumtitel auch ein schweres Brot für Rezensenten darstellen. So hieß das 2001er Werk „Galdutako Itxaropenaren Eresia“, was mich aber nicht daran hindert, es gut zu finden…

Nun aber bewegen sie sich qualitativ noch eine Stufe höher und können somit höchsten Ansprüchen genügen. Man muss also nicht Skandinavier sein, um pechschwarze Gefühle zu transportieren. Rasende und perfekt gespielte Gitarren werden von verschiedenen Gesangsarten unterstützt, die von tief grunzend bis zu blackmetallisch keifend alles aufbieten und das wie schon erwähnt in der ältesten noch verwendeten europäischen Sprache „Euskera“. Einen gewissen Death Metal-Anteil bei den Riffs und Arrangements kann man ebenso nicht leugnen. Was NUMEN aber einzigartig macht, sind die geschickt platzierten Folk und Pagan-Elemente, welche für Momente der Erhabenheit in dem Fluss aus Raserei sorgen. Da gibt es immer wieder Flöten im Gitarrenstrom, sie wirken aber nicht affektiert, sondern organisch eingebunden. Auch der Dudelsack wird hin und wieder rausgekramt, am Ende darf er sogar das atmosphärische Outro dominieren. Bei „Nortasunaren Ateak“ (Angriff der nordischen Sounds?) leitet ein Traditional den Song ein, welches so auch von CORVUS CORAX stammen könnte. Aber blitzschnell schaltet man von Abwehr auf Angriff um (womit wir wieder bei Lizarazu wären) und die hyperaktiven Gitarren zermalmen jeden Anflug von Rührseligkeit.

Wer sich eine Mischung aus PRIMORDIAL und DARK FUNERAL mit Black Metal-Lackierung vorstellen kann, der wird hier mit einer außergewöhnlich guten Scheibe belohnt. Die Herkunft sorgt für eine frische Herangehensweise aber hoffentlich nicht dafür, dass man sie unterschätzt, dazu sind Basken zu stolz…

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