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NUR FRANZ - Baden auf dem Mond

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Artist NUR FRANZ
Title Baden auf dem Mond
Homepage NUR FRANZ
Label ZETT RECORDS
Leserbewertung
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6.3/10 (3 Bewertungen)

Sie heißt Franziska-Maria Apprich, aber sie mag ihren Namen nicht sonderlich und möchte NUR FRANZ genannt werden. Immerhin sollte die Filmemacherin und Musikerin, die zwischen New York, London und Berlin pendelt, ja auch ein Junge werden und hat ihre Kindheit damit verbracht, Rad zu fahren, die Freunde ihres Bruders zu verkloppen und sich als Messdienerin zu blamieren. Von alldem merkt man auf ihrem Debüt „Baden auf dem Mond“ allerdings nicht viel. Da klingt das Fräulein, das zum Singen kam, weil ihr während des Studiums das Geld ausgegangen war und sie für ihr Essen jeden Abend einem Yale-Professor „Summertime“ vorsingen musste, zuckersüß. Dieser Prof ermutigte sie schließlich, sich an eine deutsche Plattenfirma zu wenden und so landete sie 2008 beim Berliner Label „Musik für Erwachsene“.

Das Ergebnis der dann folgenden Zusammenarbeit hört auf den Namen „Baden auf dem Mond“ und umfasst 14 Songs aus der Feder von Frau Apprich, die mitsamt Band im Studio war. Der Opener „Diesmal“ erinnert ein wenig an ROSENSTOLZ; kein Wunder, dass Tom Müller (Entdecker und Produzent von ROSENSTOLZ) von NUR FRANZ äußerst angetan war, als sie sich bei Musik für Erwachsene vorgestellt hat. „Weltenbummler“ gefällt mit einem wirklich schönen Refrain und Text, bevor der Titeltrack „Baden auf dem Mond“ nachdenkliche Töne anschlägt. Mit viel Wumms wendet sich das smarte Energiebündel wenig später bei „Keiner macht mich an“ dem Problem zu, keinen One-Night-Stand abzubekommen. Den sie in letzter Konsequenz allerdings auch gar nicht will, denn eigentlich steht Franz auf die große, ewige Liebe und deshalb dürfen auch melancholische Liebeslieder auf den Silberling nicht fehlen. So wie die Pianonummer „Endlich wieder ich“, der mit „Doppelglas“ ein flottes Stück über HERBERT GRÖNEMEYER folgt, dessen Label Grönland Records den Lyrics zufolge ihre Musik wohl abgelehnt hat. Mit „Ein Jahr nicht gelacht“ gibt’s wieder was Ruhiges auf die Ohren, diesmal geht’s um die Irrungen und Wirrungen der Pubertät, ehe „Pfefferminz auf meiner Haut“ noch mal das Thema ONS aufgreift. Bei „Popelchen“ kann ich nur hoffen, dass die Ansammlung von Kosenamen ironisch gemeint ist, allerdings lässt das zum Zuckerschock neigende Liedchen befürchten, dass die Künstlerin hier ganz ernsthaft unterwegs ist. Da ist mir doch das süffisante „Ökomuttis“ deutlich lieber. Derweil scheint Franziska-Maria ihr Haustier, das sie in „Ich wird Dich nie vergessen“ besingt, mehr bedeutet zu haben als so manches menschliche Wesen. Aber manche Kerle kann man halt auch einfach nicht riechen: „Ich riech Dich immer noch“ besingt mit viel Schwung so ein Exemplar des Homo sapiens, bevor sich „So wie ich bin“ rhythmusbetont anschließt. Als Bonustrack hat es außerdem noch das böse „Popofett“ auf die CD geschafft. Ein schöner Abschluss, der ins Bein geht und den allgegenwärtigen Schönheitswahn auf die Schippe nimmt.

Nicht alles findet bei NUR FRANZ meine ungeteilte Zustimmung. Auf Dauer ist die süße Mädchenstimme in meinen Ohren ein bisschen anstrengend und ich teile auch nicht jede These der jungen Dame, dennoch ist „Baden auf dem Mond“ insgesamt durchaus kurzweilige Unterhaltung.

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