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OBERER TOTPUNKT - Erde ruft

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Artist OBERER TOTPUNKT
Title Erde ruft
Homepage OBERER TOTPUNKT
Label DANSE MACABRE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.8/10 (21 Bewertungen)

Es gibt Genres in der elektronischen Musik, denen ständig mit neuen Veröffentlichungen gehuldigt wird. Es existieren aber auch Stilrichtungen, die leider nur noch von wenigen Bands und Künstlern vorangetrieben werden. Ganz sicher trifft dieses Schicksal auf die in den 90er Jahren heißgeliebte „Neue deutsche Todeskunst“ zu. Dabei ist der Ruf dieser Zeit und Musik heutzutage leider nicht so gut, wie er eigentlich sein sollte. Aus diesem Grund verschwinden geniale Bands wie RELATIVES MENSCHSEIN, DAS ICH oder ENDRAUM leider zunehmend aus den Clubs. Doch tatsächlich gibt es noch einige Acts wie EXPLIZIT EINSAM oder eben auch OBERER TOTPUNKT, die den Pfad der NDT weiter voranschreiten.

Mit dem neuen Album „Erde ruft“ der Hamburger Formation könnte für das Genre jedoch endlich eine neue Ära eingeleitet werden. Von der Aussage sicherlich weiterhin von den Themen „Tod“ und „Religion“ beeinflusst, sind die Texte bei OT dennoch viel verdaulicher, etwas weniger morbide, eher sozialkritisch und philosophisch zu verstehen. Bereits der Opener „Blutmond“ zielt klar auf die Tanzfläche ab. Dabei dominieren schnelle Synthi-Arpeggios und kräftige Beats, gepaart mit dem lyrischen Sprechgesang der weiblichen Vokalistin. Bei „Hamburg“ wird das Tempo etwas gesenkt und der Gesang mutiert in eine Art Rap, der die erzählte Story grandios unterstützt. „Schlacht“ zieht die Geschwindigkeit wieder an und verstärkt den erfrischenden Eindruck, dass OT erfolgreich versuchen, die diversen elektronischen Spielarten der Musikwelt miteinander zu kombinieren. So lassen sich auch in den weiteren Kompositionen wie „Sie sind da“, „Gaia“ und „Hexenjagd“ genreübergreifende Einflüsse entdecken. Ein nächstes Highlight stellt der flotte elektronische „Imperator“ dar, der wieder bestens auf die Tanzflächen passt. Bei „Letzter Gang“ gesellen sich zu einem groovigen Rhythmus noch messerscharfe Gitarrenriffs à la RAMMSTEIN hinzu, die gegen Ende noch einmal das Tempo deutlich anheben. „Sepultura Asini“ vermischt Ska-Einflüße mit Elektropunk – sehr gelungen. Mit dem ebenfalls tanzbaren Titeltrack findet das Album nach 10 gelungenen Songs seinen gelungenen Schluss, dem noch ein 11ter Hidden Track in Form eines choralen Requiems namens „Dies Irae“ folgt.

OBERER TOTPUNKT legen ein knackiges, erfrischend modern wirkendes Werk vor, das einem lange stagnierenden Genre neues Leben einhaucht. Dabei eignet sich die Musik gleichermaßen zum Tanzen als auch zum entspannten Zuhören und zur Text-Interpretation. Gerade bei dieser Band bin ich äußerst gespannt auf die Live-Umsetzung, die ich mir sicherlich nicht entgehen lassen werde. Anspieltipps: „Blutmond“, „Imperator“ und „Sepultura Asini“

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