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OBSIDIAN CHAMBER - Der Uhrwerkmann

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Artist OBSIDIAN CHAMBER
Title Der Uhrwerkmann
Homepage OBSIDIAN CHAMBER
Label TERRASOUND
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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„Man lernt doch nie aus“ – das war mein erster Gedanke, als ich die CD von OBSIDIAN CHAMBER in den Händen hielt. Ein schön aufgemachtes Digi, deutsche Titelnamen und laut dem beiliegenden Wurfblatt musikalisch eine Mischung aus Melodie und Death/ Black Metal Parts. Und das Ganze kommt aus Österreich.

Noch bevor ich die CD einlegte, um der Musik zu lauschen, warf ich einen Blick ins Booklet. Ich überflog die Texte und hatte ein zwiespältiges Gefühl dabei. Zum einen fand ich die Lyrik zwar interessant, zum anderen erinnerte sie mich zuweilen sehr stark an Deutschlands bekannte musikalische Exportgüter wie RAMMSTEIN oder auch IN EXTREMO. Aber der Reihe nach. Das Intro gibt sich betont klassisch. Es knarzt und knackt wie eine alte Schellack-Platte und klingt nach einem düsteren Walzer. Nun folgt mit „Ernte“ das erste richtige Stück. Schnelles rhythmusbetontes Riffing mit der passenden Percussion hämmert auf mich ein und findet sofort Gefallen. Doch nun setzt der Gesang ein! Was soll ich sagen. Ob gewollt oder nicht, der Mikroquäler klingt wie eine schwache Version von Lindemann, als er den Faust’schen Text vorträgt. Zuweilen wirkt der Gesang beinahe gequält. Auch bei „Der Eimerknecht“ tue ich mich sehr schwer mit den Vocals. Lyrisch könnte das Stück glatt von den Vorzeige-Mittelalterrockern IN EXTREMO stammen. Nur versucht man hier anscheinend im Vergleich etwas direkter zu sein. Positiv fällt bei dem Stück allerdings das melodiös flink gespielte Piano auf. Nachdem der folgende Titel „Dienerin“ verklungen ist, folgt mit „Hunger“ ein meiner Meinung nach recht dreister RAMMSTEIN-Klon. „Mein Teil“ anyone? Im groben liegen die Stücke lyrisch auf einer Wellenlänge – nur dass hier noch ein kirchlicher Aspekt mit einbezogen wird. Und auch „Begierde“ lässt mich zumindest textlich an die RAMMSTEINe denken („weißes Fleisch“ sei als Pendant genannt). Ich möchte an dieser Stelle nur noch einen weiteren Song betrachten. Die Band hat sich noch an einer harschen Version vom „Erlkönig“ versucht. Und wie auch die anderen Stücke dieses Albums kränkelt es an der Stimme. Wo ich jedoch nur wenig meckern kann, ist der Sound. Die Produktion ist druckvoll und klar. Allerdings kommt sie mir bisweilen etwas stark normalisiert vor. Soll heißen, dass die Pegel des Albums durchgehend auf einem Level sind. Und das zerstört die Dynamik.

Mir ist bewusst, dass dieses Werk schon auf einigen anderen Seiten gelobt wurde. Und ich bin mir auch sicher, dass es genug Fans von OBISIDIAN CHAMBER gibt, die vom „Uhrwerkmann“ begeistert sind. Mir persönlich hat sich diese CD auch nach mehrmaligem Hören nicht erschlossen. Zu angestrengt klingt der Vortrag am Mikro, zu betont „böse“ sollen die Texte sein. Doch irgendwie fehlt mir das gewisse Etwas. Denn den Platz, den die Band beanspruchen will (irgendwo zwischen RAMMSTEIN und EISREGEN) gibt es nicht, da eben jene Bands zu weite Schatten werfen. Schade.

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