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OBSIDIAN - Emerging

VN:F [1.9.22_1171]
Artist OBSIDIAN
Title Emerging
Homepage OBSIDIAN
Label RUSTY CAGE RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.8/10 (5 Bewertungen)

Noch mehr Brutalitäten aus den Niederlanden. Hatte ich eben noch die Scheibe der Landsmänner und Labelkollegen MAGNACULT auf dem Plattenteller, wurde jetzt erst mal Platz für eine nicht minder brutale Band gemacht: OBSIDIAN (nicht zu verwechseln mit den Deutschen oder Amis). OBSIDIAN haben mittlerweile schon respektable 10 Jahre auf dem Buckel und dennoch ist die nun vorliegende Scheibe „Emerging“ nach zwei Demos (2001 und 2003) erst das Debüt. Warum hat das so lange gedauert? Nun, laut Bandbiographie werden die Jahre vor 2002 zwar als enthusiastisch aber dennoch fragwürdig, was das Musizieren angeht, bezeichnet, was sich aber dann mit dem Einstieg eines neuen Drummers änderte. Von da an beschloss man Formationen wie MESHUGGAH, SCARVE, CYNIC und OPETH zu huldigen und mit einer Kombination aus Elementen eben jener Bands und einem guten Schuss Eigenständigkeit einen ganz eigenen Stil zu kreieren. Hohe Maßstäbe, die sich die Jungs da gesetzt haben, lassen oben genannte Bands jedem Prog/ Technical Death Fan das Wasser vor Begeisterung im Munde zusammenlaufen.

Und genau so ging’s mir schon beim Lesen der Bandbeschreibung, da hat man hohe Erwartungen. Also voller Vorfreude und mehr oder minder sabbernd die CD in den Player gepackt und gespannt auf das erste Lied gewartet. Entweder kommt jetzt die pure Enttäuschung oder ich kann meine Kinnlade wieder vom Boden aufsammeln. Was soll ich sagen? Nach dem ersten Durchlauf der Scheibe, nein eigentlich nach den ersten Songs, fand man mich tatsächlich kriechend, auf der Suche nach meiner Kauleiste, auf der Erde wieder. Herrlich! Warum auch immer die Jungs bis jetzt nicht wirklich was von sich hören ließen, es ist mir jetzt beim Hören der Scheibe egal. „Emerging“ tauchte im wahrsten Sinne des Wortes aus dem „Nichts“ auf, klingt verdammt ausgereift und macht eine Menge Spaß. Da CYNIC ja momentan an einer Reunion dran sind, sollten sie mal schleunigst auf Tour gehen, denn den passenden Support hätten wir hier schon mal. Und wenn die das nicht tun, sollten andere oben genannte Bands vielleicht mal darüber nachdenken. Die Scheibe ist progressiv und verfrickelt aber trotzdem nicht total überladen, wodurch sie auch nicht in die Gefahr geraten, dass Details in einem dann entstehenden Soundbrei untergehen könnten. Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, dass „Emerging“ dadurch zu einer Easy-Listening Platte wird – nein, das ist sie nicht! Ganz und gar nicht. Also bitte bloß nicht die Scheibe nach dem ersten Hören frustriert in die Ecke klatschen, weil die Songs nach dem ersten Eindruck recht ähnlich klingen. Die Strukturen und Feinheiten erschließen sich, wie bei den meisten Bands dieser Gangart, erst nach mehrmaligem Hören. Und genau dann, hat man das Scheibchen aber so richtig ins Herz/ Ohr geschlossen.

Solche Debüts machen Spaß und sorgen dafür, dass man sich einen Namen wie OBSIDIAN sicherlich gut hinter die Ohren schreibt und nicht so schnell wieder vergisst, auch wenn die Messlatte für nachfolgende Alben so natürlich gewissermaßen recht hoch gelegt wird. Dass ein (hoffentlich kommender) Nachfolger daran anknüpfen kann, bereitet mir bei den Jungs aber keine allzu großen Sorgen.

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