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ODEVILLE - Jenseits der Stille

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Artist ODEVILLE
Title Jenseits der Stille
Homepage ODEVILLE
Label CRESTWOOD RECORDS
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ODEVILLE sind der Sänger Hauke Horeis, der Gitarrist David Bergert und der Drummer Sascha Gotthard. Seit 15 Jahren machen die Hamburger gemeinsam Musik und haben in dieser Zeit fünf Alben veröffentlicht. Dieser Statistik darf nunmehr eine weitere Langrille hinzugefügt werden. „Jenseits der Stille“ heißt der Silberling, der gleich zwei unschlagbare Kaufargumente hat.

Da haben wir erstens ein wunderbares Cover des FURY-IN-THE-SLAUGHTERHOUSE-Hits „Don’t Forget These Days“, für den Hauke in Abstimmung mit den Hannoveranern einen deutschsprachigen Text verfasst hat und zweitens das unglaublich eindringliche „Stille“. Vor elf Jahren wurde von einer anderen deutschen Indie-Band schon einmal ein Song veröffentlicht, der ganz ähnlich hieß: „Still“ titelte dieser und geschrieben hatten ihn JUPITER JONES. Die beiden Lieder haben auf den ersten Blick stilistisch nicht wirklich viel gemeinsam, sieht man mal davon ab, dass mich beide mit Aufhieb total geflasht haben. Was bei JUPITER JONES eine eindringliche Reduziertheit gepaart mit extrem gefühlvollen Lyrics erledigt hat, ist bei ODEVILLE ebenfalls ein Text, der genau hinhören lässt und ein Sound, der so dermaßen energiegeladen und mitreißend daherkommt, dass man sich der Nummer gar nicht entziehen kann! Angesichts dieses Tracks möchte ich gern den Musikexpress zitieren, der ODEVILLE als die deutschen BIFFY CLYRO bezeichnet hat. In der Tat beweisen die Jungs von der Elbe nicht nur hier ein Händchen für ebenso laute wie hymnische Gitarrenriffs, die jede Menge Emotionen und Melodieverliebtheit mitbringen. In ähnlicher, wenn auch nicht ganz so prägnanter Weise präsentieren sich auch der temperamentvolle Opener „Monster“ und das nachfolgende „Der Tag wird kommen“, während der High-Energy-Stomper „Strobo“ an THE HIVES denken lässt. Zu „48 Stunden verliebt“ lässt es sich hervorragend tanzen und eine Zeile wie „Essen Ficken Schlafen Repeat“ ist natürlich eine Einladung zum Mitgrölen. Blitzschnell übernimmt „Liebe Freiheit Sehnsucht Alles“, ehe es rhythmusbetont „Untertage“ geht. Das dezent pathetische „Lila“ überrascht mit gedämpften Trompetenklängen und auch „Oktober“ setzt auf monumentale Gefühle, bevor in der „Seifenblasentraumfabrik“ erneut auf den Indie-Dancefloor gebeten wird. Für das finale „Welle“ kommt nochmals das große Pathos-Besteck zum Einsatz – bei BIFFY CLYRO gäbe es an dieser Stelle live dazu noch eine fulminante Lightshow serviert.

Ob ODEVILLE ihre neuen Songs auch auf einer ausführlichen Tour zum Besten geben werden, vermag ich nicht zu sagen. Aktuell sind mir nur insgesamt vier Termine im April/Mai bekannt. Der gelungene Mix aus Groove, Druck, Melodie und einem gerüttelt Maß an Romantik auf „Jenseits der Stille“ wäre es auf jeden Fall wert, auch live performt zu werden. Bis dahin rate ich dringend zur Konservenkost!

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