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OKKULTOKRATI - Night Jerks

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Artist OKKULTOKRATI
Title Night Jerks
Homepage OKKULTOKRATI
Label FYSISK FORMAT
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.0/10 (1 Bewertungen)

Die Norweger von OKKULTOKRATI waren schon immer dafür bekannt, zu sperrig für irgendwelche standardisierten Schubladen zu sein, die von uns Rezensenten so gerne geöffnet werden. Nun also hat das aktuelle Werk „Night Jerks“ das Licht der Welt erblickt und – wie sollte es auch anders sein – unterstreicht diese These aufs Neue.

Die erste Auffälligkeit an „Night Jerks“ ist die Synthie-Lastigkeit des Sounds. Die ist wohl zu einem großen Teil auf eine Muskelerkrankung des Chefdenkers Pal Bredup zurück zu führen, die es ihm während der Songwriting-Phase zeitweise sogar nicht erlaubte, Gitarre zu spielen. Als Folge dessen verleihen nun flirrende und summende Synthetika den Songs eine gewisse Kälte, die eine unheilige Symbiose mit den krächzend-rotzigen Vocals eingeht. Post Punk mit DARKTHRONE-Ästhetik könnte man sagen. Das gilt übrigens auch für die extrem ungeschliffene Produktion der Platte, die sogar ein wenig charmant ist, besonders wenn die Band, wie im Titelsong „Night Jerks“, ihre Punk-Wurzeln an die Oberfläche würgt und – Verzeihung – regelrecht auskotzt. In solchen Momenten entwickeln OKKULTOKRATI mitunter sogar Hit-Qualitäten. „Moon Daggers“ ist so ein Hit und bringt gleichzeitig die Essenz des Albums hervorragend auf den viereinhalb-minütigen Punk(t). Roh, wild, feindselig und ungezügelt auf der einen, eingängig, harmonisch und subtil melodieverliebt auf der anderen Seite. Wer nun aber glaubt, er wüsste, was los ist, den strafen die Norweger nachdrücklich Lügen, ist doch das anschließende „Rose Crux“ ein nervenaufreibender Synth-Noise-Stampfer, der mit seiner Monotonie Synapsen wie Nüsse aufknackt und das darauf folgende „The Ladder (Punched Out)“ beinahe wie eine Erholung wirken lässt. Ein eher untypisches Merkmal für einen Song, der so klingt, als würde eine Street Punk-Band eine Bluesversion eines NEUROSIS-Songs performen. Ob man das abschließende Ambient-Monster „Cosmic Wynter“ nun wirklich auf 16 Minuten aufblasen musste, sei mal dahingestellt. Schlimm ist es wiederum nicht, unterstützt es doch durchaus den versponnenen Gesamteindruck, den „Night Jerks“ definitiv hinterlässt.

Nach mehrmaligem Hören des Abums gewinnt man die Erkenntnis, dass es mit „Night Jerks“ tatsächlich ziemlich treffend betitelt ist, denn genau wie eine Horde solcher klingen OKKULTOKRATI anno 2014. Subtil Angst einflößend, angriffslustig und ungewaschen, aber doch irgendwie elegant. Wie schon gesagt: Zu sperrig für Schubladen.

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