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OLLI SCHULZ - Es brennt so schön

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Artist OLLI SCHULZ
Title Es brennt so schön
Homepage OLLI SCHULZ
Label COLUMBIA
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.3/10 (4 Bewertungen)

“Mach den Bibo” forderte OLLI SCHULZ im Februar bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest. Dabei wollte der gebürtige Hamburger doch im Leben nicht bei Raab auftreten (Stichwort „Urin-Schwur“), aber in diesem Jahr will der großgewachsene Wahlberliner Mallorca erobern. Zum ersten Mal soll es einen Sommerhit inklusive des passenden Tanzes geben, bei dem der Interpret auch einen Schulabschluss hat und immerhin fand sich die Nummer schon auf Platz 38 der deutschen Singlecharts wieder…

Und natürlich auf der vierten OLLI-SCHULZ-Langrille, die erstmals ohne Max Schröder (aka DER HUND MARIE) aufgenommen wurde. Schröder ist inzwischen als festes Mitglied bei den Kollegen von TOMTE so eingespannt, dass die beiden nicht zusammengekommen sind. Stattdessen hat sich der Liebling der studentischen Indie-Gemeinde fantastische Musiker ins Studio eingeladen (u.a. GISBERT ZU KNYPHAUSEN, LEE BUDDAH, Christian Haake von HOME OF THE LAME oder BERND BEGEMANN), um es drei Jahre nach dem recht melancholischen „Warten auf der Bumerang“ ordentlich brennen zu lassen. Angefangen beim wortakrobatischen „Ab jetzt tut’s nur noch weh“ mit seinem treibenden Groove, über das von Moses Schneider in Berlin produzierte und live eingespielte „So lange einsam“ in bester OLLI-SCHULZ-Manier bis zu meinem persönlichen Favoriten „Geheimdienst“ – einem knackigen Indie-Popper, der umgehend in Ohr und Bein geht. Daneben finden sich natürlich auch Songs über das bittere Gefühl, dass alles verloren und verkauft ist (nachdenklich, aber noch nicht gänzlich desillusioniert: „All You Can Eat“), das große Drama um die längst verlorene Liebe (musikalisch kongenial mit „Wie sie“ umgesetzt) und die Hoffnung, die Liebe möge uns erlösen (einer von Ollis Lieblingstracks: das fast schon hymnische „Ewig leben“). Für das wundervolle „Herz los“ lässt Herr Schulz mit Hilfe eines Banjos einen Hauch Country durch die Boxen wehen. Und wie heißt eigentlich diese Tröte im Hintergrund? Pustestimme? Erbitte Rückmeldungen!!! Eine schönere Freundschaftsbekundung als das folgende akustische „Bloß Freunde“ kann man sich wohl nicht wünschen. Beschwingt heiter und mit Klavier- und Bläsereinsatz huldigt derweil „Wenn die Sonne wieder scheint“ dem Leben mit seinen Höhen und Tiefen, dann kommt noch mal das Banjo zu Ehren. LEE BUDDAH ist bei „Isabell“ an den speziellen Saiten aktiv, übrigens aufgenommen in Hamburg bei Swen Meyer, denn „Es brennt so schön“ wurde in zwei gerecht aufgeteilten Sessions in der Bundeshauptstadt und der Freien und Hansestadt mit dem Tor zur Welt eingespielt. Wobei, das stimmt nicht ganz, denn da ist ja noch „Mach den Bibo“, nach Aussage des ausführenden Sängers die neue Nationalhymne für Deutschland, für die Walter Schreifels und seine RIVAL SCHOOLS in Brooklyn/New York alles gegeben haben. Immerhin kommen Bibo und Grobi ja ursprünglich aus den USA und irgendwie nimmt das schräge Teil wirklich gefangen.

„Es brennt so schön“ ist zweifelsohne die abwechslungsreichste Platte aus dem Hause Schulz. Auf fantastische Weise hat Olli die Stimmungen, die ihn im letzten Jahr bewegten, eingefangen. „Denn es brennt tatsächlich so schön: das Herz, die Liebe, die Wut und natürlich auch der unbeschreibliche Irrsinn, den man in sich trägt.“ (O-Ton OLLI SCHULZ). Ganz groß!

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