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OLLI SCHULZ - S.O.S – Safe Olli Schulz

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Artist OLLI SCHULZ
Title S.O.S – Safe Olli Schulz
Homepage OLLI SCHULZ
Label TROCADERO
Leserbewertung
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8.2/10 (5 Bewertungen)

OLLI SCHULZ ist nicht einfach nur ein Singer-/ Songwriter, er ist ein absoluter Entertainer, der keine üblichen Konzerte spielt, sondern One-Man-Shows gibt, bei denen die Musik schon mal in den Hintergrund treten kann. Der Mann hat nicht nur als Roadie und Stagehand viel erlebt, mit seinen 33 Jahren ist er inzwischen auch ob seines Alters lebenserfahren und als Vater einer Tochter sowieso zum Philosoph auserkoren. Denn genauso kennt man OLLI SCHULZ: egal ob gemeinsam mit Max Schröder aka DER HUND MARIE (mit dem die ersten drei Langrillen „Brichst Du mir das Herz, dann brech’ ich Dir die Beine“ (2003), „Das beige Album (2005) und „Warten auf den Bumerang (2006) gemacht hat oder solo – Herr Schulz hat viel zu sagen. Das Meiste wird in wunderbare Indie-Songs verpackt und der Rest auf der Bühne erzählt.

Nach der ersten Solo-Platte „Es brennt so schön“ aus 2009, war Olli zwischen Juni 2010 und September immer wieder in einer winzig kleinen Kabine im Transporterraum-Studio in seiner Wahlheimat Berlin und hat gemeinsam mit Produzent Moses Schneider und Drummer Ben Lauber 14 neue Songs eingespielt. Und weil die Scheibe nicht nur aus Gitarre und Schlagzeug bestehen sollte, wurden noch diverse Freunde ins Studio eingeladen, beispielsweise Marten Ebsen, Walter Schreifels, Gisbert zu Knyphausen, Winson oder Arne Augustin, die mal den Chor gaben, dann zur Gitarre griffen oder in die Tasten einen Klaviers hauten. Herausgekommen sind wundervolle Liebeslieder wie der schwungvolle Opener „Wenn es gut ist“ oder das nachdenkliche „Irgendwas fehlt“. Die Motivation der Orientierungslosen behandelt derweil das reaggae-inspirierte „Ich kenn’ da Ein“ ebenso wie das muntere „Spielerfrau“, während das treibende „Ich dachte, du bist es“ und sein ruhiger Nachfolger „Dirty Old Man“ sich die Erkenntnis der Vergänglichkeit auf die Indie-Fahnen geschrieben haben. Gelegentlich gibt es aber auch mal ein kleines Zwischenspiel zu hören, etwa „Crew“, mit dem das rhythmusbetonte „Schrecklich schöne Welt“ eröffnet wird, ehe eines meiner persönlichen Highlights auf dem Plan steht: „H.D.F.K.K.“ steht für „Halt die Fresse, krieg ’n Kind“ und ist entstanden, nachdem irgendeine Indie-Redakteurin den guten Olli allzu sehr mit ihren Interview-Fragen genervt hat und ihm eben dieser Spruch über die Lippen kam. „Koks & Nutten“ beschreibt mit traurigen Melodien die Schattenseiten des Musik-Biz, bevor das schräge Intermezzo „Die Briefmarke“ völlig aus der Reihe tanzt (was in letzter Konsequenz dann doch wieder ganz normal ist) und „Der kleine Bär“ wie auch „Phosphormann“ typisches OLLI-SCHULZ-Liedgut mitsamt Schrammel-Sechssaiter zu Gehör bringt. Am Ende ist der melancholische Musiker „Verliebt in 2 Mädchen“ (eine Ode an Frau und Tochter?) und dreht mit „Danke an Alle“ noch einmal komplett auf. Völlig sinnentleert kommen als Abschiedsbonus noch mal alle Buchstaben, die er gesungen hat, auf die Bühne…

Genauso lieben seine Fans OLLI SCHULZ. Auf der einen Seite sehr tiefgründig, kann der gebürtige Hamburger einen gewissen Hang zum Wahnsinn nicht verbergen und genau diese Mischung macht den Reiz aus, der sich auch auf „S.O.S – Safe Olli Schulz“ wiederfindet. Richtig großartig sind jedoch seine Live-Shows. Für die kommende Tour verspricht der Meister, die neue Platte und die damit verbundenen Geschichten in den Fokus zu stellen. Das Ganze wird garniert mit Einspielern auf der Leinwand und jeder Menge Überraschungen. OLLI SCHULZ – das Ü-Ei unter den Entertainern.

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