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OMEGA LITHIUM - Dreams In Formaline

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Artist OMEGA LITHIUM
Title Dreams In Formaline
Homepage OMEGA LITHIUM
Label DRAKKAR
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

Als besondere Serviceleistung des Terrorverlages hier ein wenig Naturkunde-Nachhilfe: Lithium kann schwere Verbrennungen und Verätzungen verursachen, wenn es mit der Haut in Berührung kommt. Wird in der Medizin aber auch zur Bekämpfung bipolarer Affektstörungen und zur Behandlung von Manien und Depressionen eingesetzt. Vier musikalische Alchemisten aus Kroatien haben dem noch den letzten Buchstaben des griechischen Alphabets hinzugefügt und geboren waren OMEGA LITHIUM. Um bei der Chemie zu bleiben, haben die Düster-Rocker ihrem Debüt auch gleich den Titel „Dreams In Formaline“ verpasst. Ob sie wie bei der Lösung aus Formaldehyd und Methanol, die verwendet wird, um Leichen und anatomische sowie biologische Präparate zu konservieren, ihre eigenen Träume (statt sie auszuleben) für die Ewigkeit bewahren wollen, lassen wir an dieser Stelle einfach mal unbeantwortet und wenden uns lieber der Musik das Quartetts zu.

Elf Songs haben die Kroaten gemeinsam mit Produzent Victor Love (DOPE STARS INC.) in den römischen Subsounds Studios eingespielt, die schließlich im Münsteraner Principal Studio von Victor Sorg (SCHANDMAUL, DIE TOTEN HOSEN, IN EXTREMO) den letzten Schliff erhalten haben. Für den Gesang ist bei OMEGA LITHIUM die erst 19-jährige Mya Mortenssen zuständig, wodurch der Sound einen weiblichen Einschlag ähnlich wie bei LACUNA COIL oder EVANESCENCE erhält. Daneben gibt es noch einen männlichen Gegenpart, den Mastermind Malice Rime innehat, während die Instrumente für den atmosphärischen Gothic Metal-Style sorgen. Besonders ausgeprägt ist der Geschlechter-Wechselgesang bei „My Haunted Self“ ausgefallen, das wie „Snow Red“ voll auf Bombast setzt und mich ein wenig an den Symphonic Metal von WITHIN TEMPTATION erinnert, wobei Mya deutlich tiefer singt als die gute Sharon den Adel. Zum durchaus radiotauglichen „Stigmata“ hat der Vierer bereits ein düster-morbides Videoclip mit Tim-Burton-Reminiszenzen gedreht (das innerhalb weniger Tage bereits über 20.000 Mal bei Youtube, Myspace und Konsorten angeklickt wurde) und auch sonst scheinen OMEGA LITHIUM darauf bedacht zu sein, nicht allzu sehr aus dem gängigen Dunkel-Raster zu fallen. Entsprechend werden sämtliche Zutaten wie schneidende Metal-Riffs, rockige Elemente, Electro-Beats, maschinelle Kälte und der Aufbau einer gespenstischen Atmosphäre genutzt, um in der Schnittmenge von Industrial, Gothic und Metal bestehen zu können. Für sich genommen kann ein Song wie der Titeltrack „Dreams In Formaline“ durchaus überzeugen, über die gesamte Laufzeit von knapp 40 Minuten verliert das Ganze allerdings zunehmend an Reiz. Alle Stücke sind zweifelsfrei gut gemacht, entbehren jedoch des gewissen Etwas, an dem man hängen bleibt.

Für den durchschlagenden Erfolg fehlt „Dreams In Formaline“ definitiv der Kracher, mit dem OMEGA LITHIUM alles rausreißen. So bringen sie einen Erstling in die Plattenläden, der sich keinesfalls vor ähnlichen Genre-VÖs verstecken muss, aber auch schnell in der Menge verschwinden könnte. Möglicherweise sind sie live jedoch der Hammer. Diejenigen, die SUBWAY TO SALLY auf ihrer Dezember-Tour sehen, werden auch das Vergnügen mit Fräulein Mortenssen und ihren Mannen haben und fürs WGT 2010 sind die Kroaten auch bereits bestätigt.

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