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OMNIA - Wolf Love (CD/ DVD)

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Artist OMNIA
Title Wolf Love (CD/ DVD)
Homepage OMNIA
Label SCREAMING BANSHEE/ ALIVE!
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.8/10 (18 Bewertungen)

Seit vielen Jahren sind die spirituellen Musiker der niederländischen Formation OMNIA auch hierzulande auf diversen Festivals vertreten. Kreative Schwergewichte dieser Gruppe, die gerne als Begründer des Pagan Folk genannt wird, sind der im britischen Cornwall aufgewachsene Steve Sic, dazu Jenny und Luka. Auf kaum eine andere Musikformation wie OMNIA trifft es zu, dass ihre Musik nicht in irgendein Genre gezwängt werden kann. Musik von OMNIA ist OMNIA-Musik, weil OMNIA diese Musik nicht nur spielen, sondern sie auch leben. OMNIA haben sehr viel mit „Greenthingz“ zu tun, OMNIA sind Lebensphilosophie. Sollte man unsere Nachbarn kurz und knapp beschreiben, dann sind sie am ehesten als eine Art moderne Hippies zu verstehen, obwohl Steve auch gegen diesen Vergleich sicherlich ein Argument hätte. Die Musiker haben eine Vision vom Leben, welche sie in ihrem künstlerischen Tun und Handeln und vor allem mit ihrer Musik ausdrücken. Dazu gehört aber auch, dass Fernsehauftritte abgesagt werden, wenn ihnen der Sender vorschreiben möchte, welche Songs vor der Kamera gespielt werden sollen.

Mit dem neuen Album bringen sie erneut ihre Gefühle zum Ausdruck. Die Einflüsse, die in die einzelnen Lieder eingewirkt haben, sind sehr vielschichtig. Sanfte, lyrische Melodien wechseln sich mit kräftigen und tanzbaren Rhythmen ab. Ausflüge in die Klassik („Solfeggio (Guess Who Is Bach?“), gespielt von Jenny auf einem Konzertflügel, gehören genauso dazu wie ein Rap-Titel („Dance Until We Die“), einem politischen und tanzbarem Song, hauptsächlich von Steve Sic gesungen, begleitet von einer Vielzahl Instrumente, wie Schlagzeug, keltische Harfe, Gitarre, E-Bass, Drehleier und Bouzouki, verfeinert von vielen akustischen Effekten. Dabei sind dies lange nicht alle Instrumente, die bei OMNIA zum Einsatz kommen. Luka zeigt immer wieder sein Können auf dem Slideridoo (ähnlich einem Didgeredoo), daneben Sansula, Nyckelharpa, Bodhran, Chembalo, Cello, Cajon und mehr exotisches. Mit „Jabberwocky“ nehmen sich OMNIA mit atmosphärischen Klängen des Themas „Alice im Wunderland“ an. Doch nicht nur reine Eigenkompositionen sind auf dem Album zu finden. Mit „Teachers“ von LEONHARD COHEN wurde eine interessante Coverversion (die erste überhaupt von dieser Gruppe!) im ganz besonderen OMNIA-Stil und –Arrangement geschaffen. Aber auch der mehr in das Rockige gehende Track „Love In The Forest“, der in seiner fröhlichen Weise auf interessante Spielereien im Wald eingeht, weckt Erinnerungen an einen alten Song, denn im Hintergrund scheint doch immer wieder „Wild Thing“ durchzuklingen. Mit „Toys In The Attic“ rechnen sie mit ihrer blöden „idiotischen-Manager-fuck-up-Zeit“ ab, denn 2009 haben sie sich von ihren Managern getrennt, weil diese sie zu viel drängten, kommerzielle Musik zu machen, um Knete reinzuholen. Schließlich könnten sie nicht mehr IHRE Musik machen, wenn sie auf die Manager gehört hätten. Tief aus den Wurzeln schamanischer Kultur mit mongolischen, indianischen und weiteren Einflüssen stammt „Shamaniac“, ein Lied, das an die Urinstinkte des Menschen erinnert. Mit dem melodischen „Wheel Of Time“, welches eher poppig wirkt, wird vom Zusammenhang von Leben und Tod und seiner Unumkehrbarkeit berichtet. „Sister Sunshine“ lässt mit seinem Titel bereits an Westcoast-Sound erinnern, melodisch sanft geht es in eine Zeit zurück, in der es noch „Drop Cities“ gab. Doch was ist die Sanftheit schon gegen die Wildheit und Aggressivität von „Taranis“, der mit seinem Taktschlag kaum im Sitzen gehört werden kann. Mit „Wolf Song“ wird eine Liebesgeschichte zwischen einem Werwolf und dem „Rotkäppchen“ in extrem abstruser, aber faszinierender Weise erzählt, während „Cornwall“ als keltisch-irische Folk-Ballade eine Liebeserklärung von Steve an seine Heimat ist.

Neben dem wunderschön gestalteten Textbuch beinhaltet das Album noch eine DVD. Hier gibt es den Live-Auftritt der Formation auf dem Castlefest 2009, sowie weitere Videoclips und Backstage-Aufnahmen der Musiker zu sehen. Verträumte, intime Bilder, wenn Jenny und Steve in ihrer Wohnung in einer Art Hausmusik die Ballade „Old Man Tree“ vortragen. Klasse auch der Vergleich zweier Clips zu „The Bald Fenian Men“. Zunächst in einer Fassung von 1983 mit Jenny und Steve in einer Punk-Band, ein rockiger Song mit entsprechendem Tempo. Dann eine akustische Variante aus dem Jahre 2008 mit Joe an der Gitarre, Jenny an der Harfe und Steve und Luka singen das inzwischen zu einer sanften Ballade mutierte Lied. Zeiten, die Änderungen mit sich bringen.

Ein sehr gut gemachtes Album, welches die Vielfalt des musikalischen Könnens der Musiker und ihre Auffassung vom Leben und der Musik sehr gut rüber bringt. Entspannende Töne neben Tanzrhythmen und Texte, die man auf sich wirken lassen sollte.

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