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ON TRIAL - Blinded by the Sun

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Artist ON TRIAL
Title Blinded by the Sun
Homepage ON TRIAL
Label MOLTEN RECORDS
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Die muss man gehört haben. Nach der Veröffentlichung der grandiosen Debutplatte von Josiah kommt auf Molten Records nun eine weitere Platte heraus, deren Bezugspunkte klar in den 60’ern und 70’ern liegen und auch hier wird die Schublade „Stoner Rock“ der Musik nur bedingt gerecht.

Es hat ON TRIAL 13 Jahre gekostet, dahin zu kommen, wo sie jetzt sind. Seit ihrer ersten Single aus 1989 hat die Band 3 Alben und eine EP aufgenommen und fast ununterbrochen in Europa und den USA getourt. Das klingt so sehr nach dem Klischee einer „hard working band“, das es einem die Sprache verschlägt, wie locker und wie wenig nach harter Arbeit sich nun „Blinded by the Sun“ anhört. Eine perfekt aufeinander eingespielte Gruppe an Musikern, tolle Harmoniegesänge und generell die Wahl der richtigen musikalischen Mittel an den richtigen Stellen – alles kommt hier zusammen und verbindet sich mit einer Sammlung exzellenter Songs. Die richtigen Mittel, das heißt hier auch schon mal eine akustische Ballade („Too late“) oder einen lupenreinen Popsong („So close“) einzustreuen, vor allem aber, stets ein Auge für die Dramaturgie zu behalten. So prügelt ON TRIAL gleich in den ersten 10 Minuten 3 konzentriert auf den Punkt gebrachte Tracks heraus, nur um das Tempo mit „Downer“ wieder etwas zurückzufahren. Kurz danach schreit sich Sänger Bo Morthen Petersen in „Poor Soul“ wieder fast die Lungen aus dem Leib. Doch der Höhepunkt eines an Höhepunkten reichen Werks sind die 10 erschütternden Minuten von „Slippin’ and Slidin’. Über einem sich mühsam fortschleppenden Rhythmus liegt eine von fern hereinwehende Gitarre und das Stück scheint sich unentwegt gegen den eigenen Untergang aufzulehnen, nur um dann doch noch in einem tobenden Inferno aus polternden Drums, Feedback und elektronischem Gezwitscher auszubrennen. Wie eine Fata Morgana von „The Cure“ in der Hitze der Wüste.

Danach folgen die etwas pflichtmäßige Jam-Session „Kolos“ und ein kurzes Instrumental. Doch diese 10 Minuten bleiben. Die muss man gehört haben.

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