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ONCE A BARGE - Sköll

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Artist ONCE A BARGE
Title Sköll
Homepage ONCE A BARGE
Label HOLZRUNA
Leserbewertung
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In der nordischen Mythologie ist der Sköll ein Wolf, der die Sonne verfolgt und demzufolge bei einer Sonnenfinsternis dem glühenden Himmelskörper gefährlich nahe kommt. Gewissermaßen eine unerfüllte Sehnsucht, die auch als Metapher für die Themen der neuen, gleichnamigen Veröffentlichung von ONCE A BARGE stehen mag. Dahinter verbirgt sich das Ein-Mann-Projekt namens „Sion61“, welches bereits seit 1997 künstlerisch tätig ist. Nach 6 Jahren Pause nun also das dritte Vollzeitalbum, verpackt in ein wunderschönes Cover, in Fachkreisen „Jakebox“ genannt (wieder was gelernt).

Geboten wird eine Mischung aus Neoklassik, Neofolk und elektronischen Elementen und dies auf immerhin 70 Minuten Laufzeit. Zu den 10 regulären Tracks gesellen sich 5 Bonus Songs von der limitierten 2000er CDR „The Withered Leaves“, die hier in remasterter aber immer noch recht urwüchsiger Form vorliegen. Der Opener aka Titeltrack kombiniert orchestrales Pathos mit Synthetik und düsteren Loops, was eine Art innerer Unruhe aufkommen lässt. „Judas‘ Creed“ verbindet Sprechgesang mit Industrial-angehauchten Klängen, ähnlich wie auch der Beginn von „Westwärts“, das im weiteren Verlauf aber eine kleine Schwäche der CD offenbart. Der durchaus prägnante Gesang des Künstlers könnte qualitativ noch ein stückweit zulegen, insbesondere bei anspruchsvollen Melodiebögen stösst er an seine Grenzen. Ansonsten Hut ab vor der Individualleistung, ein so komplexes Werk auf die Beine zu stellen. Ein schöner Neofolk-Titel wie „Kristall“, mit Akustik-Gitarre über Martial Rhythmen, kann in der nationalen Oberliga mitspielen. Dann und wann werden natürlich die Probleme der überwiegend Computergenerierten Sounds erkennbar, wenn es ein wenig nach „Plastik“ klingt, aber wer hat schon ein echtes Orchester zuhause? Das ändert nichts an der gebotenen Soundvielfalt: Englische wie deutsche Texte, auch mal reine Synthie-Collagen ohne Titel (Nr. 4), Melancholie und Würde, wie ein stolzes Relikt vergangener Zeiten.

Trotz erwähnter kleiner Mängel also eine Kaufempfehlung für Freunde obengenannter Genres, die auch mal über den Tellerrand schauen können. Erhältlich bei den einschlägigen Mailordern.

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