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ONE FINE DAY - s/t

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Artist ONE FINE DAY
Title s/t
Homepage ONE FINE DAY
Label FERRYHOUSE
Leserbewertung
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7.7/10 (3 Bewertungen)

ONE FINE DAY klingen mit ihrem Pop-Punk eher amerikanisch, sind jedoch in Hamburg beheimatet und bringen dieser Tage mit ihrem selbstbetitelten Longplayer die vierte Langrille (neben einer EP) in die Plattenläden. Live waren dem Terrorverlag die fünf Herrschaften, die in dieser Besetzung seit 2004 rocken, bereits mehrfach vor die Flinte gekommen und stets in guter Erinnerung geblieben, so dass ich frohen Mutes den Silberling in meinen CD-Player packe.

Es empfängt mich treibender Alternative, der auf den Namen „Eat Your Lies“ hört und schon mal ordentlich nach vorn rockt. „Jimmy’s Day“, das bereits Ende letzten Jahres digital veröffentlicht wurde, stößt ins gleiche Horn, bevor „Miracle“ zwischen knackigen Gitarrenriffs und melodiösen Arrangements changiert. „Emily“, die erste Single der Langrille setzt auf Pop-Größenwahn mitsamt Streichorchester und einem Pianoakkord, der bei „Moskau“ von DSCHINGIS KAHN geklaut sein könnte. Die Jungs haben aber auch 30er-Jahre-Bigband-Sound drauf, der im Fall von „The Shadow“ durch Metall-Langäxte äußerst temperamentvoll interpretiert wird. Druckvoll schließt sich „Wake Up“ an. Für „Sunset Drive“ haben sich ONE FINE DAY einen Gast zur gesanglichen Unterstützung eingeladen . Die Rede ist von Anne Kalstrup (PINBOYS), die schon bei der 2006er LP „Damn Right“ ebenso wie Henning Wehland von den H-BLOCKX mit von der Partie war. Die Vocals von „Modern Messias“ geben sich zunächst sehr poppig, was sich jedoch ganz schnell ändert, wenn die Instrumente ihre Arbeit aufnehmen. Spaßpunk eben, der sich nicht an Genregrenzen aufhalten lässt und deshalb im nächsten Moment auch mit einer Midtempo-Nummer wie „Not Enough“ um die Ecke kommt und so eine gehörige Portion Pathos mitbringt. „Memories“ lässt es im Vergleich mehr krachen, bietet jedoch auch Platz für opulente Streicher und eine dominante Rhythmusfraktion. „Showdown“ gibt zum Ende noch mal Gas und zeigt auch endlich Ecken und Kanten, dann beendet „Notorious“ die Scheibe mit skandinavisch anmutendem Rock-Bombast, zu dem lediglich Martens Gesang nicht hundertprozentig passt. Wo die nordeuropäischen Mikrofon-Helden doch eher bei den tiefen Tönen zu Hause sind, wirkt der ONE FINE DAY-Fronter, der die Band 1997 gemeinsam mit Gitarrist Hendrik und Basser Marco gegründet hat, manchmal ein bisschen quietschig.

Der jüngste Output der Hanseaten schielt definitiv auf Charterfolge, Teenage-Fans und Radiotauglichkeit. Unterm Strich könnte man das Ganze unter „BILLY TALENT im Poprausch“ einordnen, was keinesfalls negativ gemeint ist. ONE FINE DAY zeigen sich abwechslungs- und ideenreich und dank ihrer Live-Präsenz sollten es ihnen mit solchem Songmaterial auch gelingen, eines schönen Tages die Hitlisten zu stürmen.

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