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ONE MAN AND HIS DROID - Partypeople

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ONE MAN AND HIS DROID
Title Partypeople
Homepage ONE MAN AND HIS DROID
Label DEFIANCE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.4/10 (5 Bewertungen)

Irgendwie macht er dann doch Sinn, dieser Albumtitel. ONE MAN AND HIS DROID tun ja alles, um dem Independent-Gebot zu entsprechen, nach dem die große Geste immer ironisch gebrochen sein muss, sie haben sich nach einem C64 Spiel benannt und ihre Songtitel wirken manchmal wie eine Übersetzung ins Englische von Stücken der unsäglichen SPORTFREUNDE STILLER. Doch keinen Augenblick kann die Musik dieses Albums verbergen, wie ernst sie gemeint ist.

„This is Training“ heißt einer der Songs und das stimmt wohl genau. Diese Band hört sich an wie eine Truppe, die sich jeden Tag im Proberaum trifft, gemeinsam spielt und alles ausprobiert. Dabei bleibt sie aber immer fokussiert und artet niemals in wilden Jam-Sessions aus. Man kann förmlich spüren, wie viele Möglichkeiten jeden Augenblick in der Luft hängen, aber verworfen werden, nur um der Direktheit des Songs keinen Abbruch zu tun. Auch das Album als Ganzes ist mit seiner Spielzeit von etwas mehr als einer halben Stunde gut auf den Punkt gebracht und trotz der Verwendung verschiedenster stilistischer Mittel von einer seltenen Geschlossenheit. Das Schlussstück „And you could give your cat a better name“ ist eine lupenreine Pop-Ballade und in „Read the Manual First“ gelingt Ihnen der Spagat zwischen Track und Song bedeutend besser als zum Beispiel einem GRÖNEMEYER auf „Bleibt alles anders“. Ansonsten liegt der Schwerpunkt bei extrem druckvoller und dynamischer Gitarrenmusik mit einer Affinität zum Post-Rock, was sich vor allem darin äußert, dass das Schlagzeug von Drummer Jens gleichberechtigt neben den übrigen Instrumenten steht und einigen Stücken sogar entscheidende Impulse verleiht. Schlüsselstück der Platte ist aber „Chet Baker and me“ mit den Zeilen „Let’s start this day with something new (…) Something you’d always like to do“, die Gitarren drängeln und dräuen, der Bass droht, doch in den so einfachen Worten wird ein Versprechen spürbar, dass nicht in Worte zu fassen ist und überall Gültigkeit hat: „In Paris, San Francisco and in Rio.“

Keine Fete mit schlechtem Rotwein, Popograbschen und DJ Ötzi also, sondern mehr eine Sache der richtigen Einstellung. Die Partypeople fühlen sich in ihren schwarzen Anzügen nicht zu 100% wohl, doch sie können feiern wie kaum ein anderer. Der Soundtrack dazu: ONE MAN AND HIS DROID.

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