Band Filter

ONE-TWO - The Story of Bob Star

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ONE-TWO
Title The Story of Bob Star
Homepage ONE-TWO
Label FOUR MUSIC
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (2 Bewertungen)

Jedes Kind braucht einen Namen und deshalb heißt das Konzeptalbum von ONE-TWO (bitte nicht zu verwechseln mit dem Brücken/ Humphreys Synthiepop-Projekt ONETWO) nicht nur “The story of Bob Star”, sondern trägt den Untertitel “A Pop Opera by ONE-TWO”. Der Plot ist schnell erzählt: Hauptfigur Bob Star ist seit 20 Jahren mit seiner Helen zusammen, sie haben einen gemeinsamen Sohn Gringo. Mit den Jahren schleicht sich Langeweile in ihre Beziehung, die Verführung kommt in Person der exotischen Annie Mall, einer leidenschaftlichen Nacht folgt Verwirrung und Frustration. Sohn Gringo sucht derweil Abwechslung bei wilden Partys, Mädchen und seinem „ersten Mal.“ Nachdem Gringo seinem Vater schwere Vorwürfe macht, die Familie zerstört zu haben, ergreift Bob Star die Flucht…

Die Idee einer Pop-Oper ist ja per se schon retro, die musikalische Umsetzung dieser alltäglichen Geschichte erfolgt dann passend unter Verwurstung etlicher Einflüsse aus den 60er bis 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Es geht los mit der Vorstellung des Protagonisten „Bob Star“, leicht 70er mäßig angehaucht mit kleinen psychedelischen Ausbrüchen. „Something in my mind“ ist ein locker-flockiges SUPERTRAMP-Zitat, „Dreamer“ aus dem Jahr 1974 lässt grüßen, am Ende gewinnt das Ganze an Fahrt und Härte und leitet über zum Auftritt von „Annie Mall“, einem Singalong mit Dengelgitarren und Schweineorgel. Im weiteren Verlauf kommen auch kleine Elektro-Spielereien ins Spiel, hier und da fühlt man sich in den frühen 80ern zwischen lauter THE-Bands von THE CURE bis THE CLASH. „Where’s your love gone“ markiert dann mit etwas Pathos den Schlusspunkt, wobei die tragische Story eher schrullig-bunt, denn deprimierend-düster vorgetragen wird.

Eine knappe Dreiviertelstunde schlägt das Pariser Duo Frederic Beucher und Severin Tezenas du Montcel kurzweilig viele Brücken zwischen Rock, Pop und Elektro, leicht konsumierbar und ohne jedweden Tiefgang, weshalb die Scheibe gut zur Berieselung taugt, sich aber wohl niemand um den endgültigen Verbleib von Bob Star scheren wird.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu ONE-TWO