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ONEIROID PSYCHOSIS - Stillbirth

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Artist ONEIROID PSYCHOSIS
Title Stillbirth
Homepage ONEIROID PSYCHOSIS
Label COP INTERNATIONAL
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Ohne eine kleine Psychose kommt man heutzutage ja kaum aus, aber manche trifft es härter als andere. ONEIROID PSYCHOSIS jedenfalls hören sich auf diesem Album nicht wirklich glücklich an und gäbe es in Münster eine dunkle, schmutzige Nebengasse, so würde ich Ihnen dort nicht gerne begegnen. Obwohl die Chancen darauf nicht wirklich hoch sind, denn darf man den Texten der Brüder Lars und Leif Hansen glauben, so verbringen sie den grössten Teil der Zeit im Bett (nicht zusammen vermutlich), die Rollläden heruntergezogen, so dass man nicht einmal mehr die eigene Hand vor Augen sieht. Dann kann man auch nicht mehr sicher sagen, ob sich etwas auf der Decke bewegt, direkt neben einem. Dann ist irgendwann gar nichts mehr sicher.

Wer „Stillbirth“ allein im engen Kämmerchen hört, der kann die Jalousien offen lassen, denn die Musik entfaltet auch bei Licht eine wirklich beängstigende Präsenz. Ähnlich wie HAUS ARAFNA stammen ONEIROID PSYCHOSIS aus der EBM-Ecke, verfremden aber deren Elemente und setzen sie in einen neuen Kontext, bis einen der Rhythmus nicht mehr zum Tanzen zwingt, sondern erstarren lässt. Um völlig krank nudelnde Orgeln, Kindermelodien und bewusst aneinander vorbeiklingelnde Tonfolgen kommt man auch hier nicht vorbei, aber obwohl man die Methode erkennt, kann man sich ihr nicht entziehen. Vor allem nicht, weil „Stillbirth“ mehr ist als nur eine Sammlung von Tracks: Intelligent aufgebaut, mit einer satten Eröffnung von drei knallenden Psycho-Hammern, einem bizarr in sich selbst verknoteten Mittelteil und einem rein instrumentalen Abschluss lässt einen die kalte Hand dieses Albums erst ganz zu Ende wieder los.

War „Butterfly“ von HAUS ARAFNA das Flüstern, das sich wie Säure ins Unterbewusstsein ätzt, so ist „Stillbirth“ der Schrei, der in der Unendlichkeit der Nacht verhallt. Wenn nichts mehr gewiss ist, dann ist immer noch diese Musik für einen da. Das ist irgendwie tröstlich. Vielleicht ist es doch nur die eigene Hand, die sich da neben einem auf der Bettdecke bewegt?

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