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OOMPH! - XXV

VN:F [1.9.22_1171]
Artist OOMPH!
Title XXV
Homepage OOMPH!
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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9.0/10 (3 Bewertungen)

Drei Jahre nach „Des Wahnsinns fette Beute” melden sich OOMPH! mit neuem Studiomaterial zurück. „XXV“ heißt das Jubiläumsalbum der Dunkel-Rocker, die – der aufmerksame und erfahrene Leser ahnt es schon – auf 25 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Woanders wird zu solchen Gelegenheiten ein Best-of-Album in die Plattenläden gebracht, der Wolfburger Dreier punktet stattdessen lieber mit 14 neuen Songs, die voller dunkler Poesie, Gesellschafts- und Religionskritik stecken.

Sie singen über Erlösung, Liebe und Tod und animieren gleichzeitig zum Feiern. Natürlich mit der gebotenen düsteren Härte, wie bereits der treibende Opener „Dein Retter“ überzeugend unterstreicht. Mit der ersten Singleauskopplung „Alles aus Liebe“ vermischen OOMPH! balladeske Elemente mit bombastischen Synthie-Eruptionen. Ein Wirbelsturm der Gefühle, der ebenso hart wie zart daherkommt. Hochenergetisch schließt sich das hymnisch-donnernde „Jetzt oder nie“ an, ehe das bittersüße „Als wär’s das letzte Mal“ abermals großen Emotionen Platz bietet und den romantischen Melodien kraftvolle Krachlatten zur Seite stellt. Mit „Mary Bell“ übernehmen die Langäxte endgültig das Sagen, doch schon beim sich anschließenden „Jede Reise hat ein Ende“ beweisen Sänger Dero, Keyboarder Crap und Gitarrist Flux die absolute Tanzbarkeit ihrer Songs, bevor „Unter diesem Mond“ leise Pianotöne anschlägt und „All Deine Wunden“ erneut auf den NDH-Dancefloor lockt. „Fleisch und Fell“ klingt auch inhaltlich nach einer Kollaboration zwischen RAMMSTEIN und EISBRECHER, während das druckvolle „Tick Tack“ weiterhin die krachenden Sechssaiter von der Leine lässt und das geheimnisumwitterte „Nicht von dieser Welt“ abermals die Goth-Gemeinde zum Tanze bittet. „Spieler“ präsentiert einmal mehr ein knackiges Konglomerat aus Synthies und Gitarren – gepaart mit Deros stimmgewaltigem Organ. „Zielscheibe“ gibt derweil ordentlich Gas, um schließlich „Leis, ganz leis“ (und mit einer gehörigen Portion Pathos) Abschied zu nehmen.

Ok, neu erfunden haben sich OOMPH! zum silbernen Ehrentag nicht, aber damit hat wohl auch niemand ernsthaft gerechnet. Nach eigenem Bekunden ist „XXV“ die persönlichste Langrille ihrer Karriere und ganz gewiss nicht die schlechteste. Der Silberling offeriert sauber und in Eigenregie produzierte Neue Deutsche Härte, die in Ohr und Bein geht und von Simon Michael, seines Zeichens Schlagzeuger von SUBWAY TO SALLY, coproduziert wurde. Die Songs beweisen Leidenschaft und Spielfreude; Eigenschaften, welche die Fans zu schätzen und zu honorieren wissen. Eine Platzierung in den oberen Charts-Regionen sollte verdientermaßen drin sein.

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