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OONAGH - Aeria

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Artist OONAGH
Title Aeria
Homepage OONAGH
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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5.9/10 (8 Bewertungen)

Eigentlich heißt die Dame, die da im roten Walle-Gewand das Cover ziert, ja Senta-Sofia Delliponti, aber die Tochter eines Italieners und einer Bulgarin nennt sich lieber OONAGH, das klingt schließlich irgendwie viel sphärischer und passt deshalb besser zu ihrer Musik, die Elemente aus Pop, Folk, Mittelalter, Electronica, Weltmusik, Ethno und New Age zusammenführt. Nichtsdestotrotz hat die 25-jährige auch schon unter ihrem bürgerlichen Namen allerlei Erfahrungen im Musik-Business gesammelt (u.a. bei der Casting-Show „Star Search“ und  den Musicals „Frühlings Erwachen“ und „Tanz der Vampire“) und auch als Daily-Soap-Darsellerin war die hübsche Lady längere Zeit bei GZSZ aktiv. Im letzten Jahr konnte sie mit ihrem OONAGH-Debüt einen beachtlichen Platz 3 in den Album-Charts für sich verbuchen und gleich mehrere Echo-Nominierungen  waren zudem bereits für die Ethno-Pop-Sängerin drin.

Gerade einmal 14 Monate nach Langrille No.1 legt OONAGH mit „Aeria“ den nächsten Silberling nach und bittet erneut zu einer musikalischen Weltreise, die heuer anders als beim Erstling weniger ins Reich der Elfen und Fabelwesen geht, sondern Kurs auf Süd- und Lateinamerika nimmt. Dazu passen nicht nur der indianisch anmutende Herr am Paddel (siehe Cover), sondern auch die Panflötenklänge der ersten Single „Ananau“ und des nachfolgenden „Silmaril“, mit denen Assoziationen an folkloristische Inka-Combos in bundesdeutschen Fußgängerzonen aufkommen, während „Eccaia“ auf einen weltumspannenden Dancefloor bittet. „Tinúviel“ schlägt derweil ruhigere Töne an, bevor „So still mein Herz“ nicht ohne Grund an SANTIANO erinnert. Mit der Kapelle war OONAGH nicht nur als special guest auf Tour, die Shanty-Folk-Schlager-Nordlichter sind bei dieser Nummer auch gemeinsam mit dem Düster-Rockern von OOMPH! mit von der Partie. Womit im Grunde auch schon die stilistische Spannbreite der Songs ausreichend skizziert wäre. Das schwungvolle, mitsingtaugliche „Lied der Zeit“ wird dann auch mit Sicherheit der SANTIANO-Anhängerschaft gefallen, während „Tinta“ abermals verstärkt auf entrückte Exotik setzt. Das unterstreicht auch der Gesang auf ‚Quechua‘, eine Sprache indigener Bevölkerungsgruppen, die immerhin von zehn Millionen, vornehmlich in Peru und Bolivien, gesprochen wird. Ein Lied wie „Ainulindale“ hat zudem genügend Mainstreamtauglichkeit, um auch die zweite Scheibe wieder ganz hoch in den Charts klettern zu lassen. Den Rest erledigt wie bei „Yalume“ der Zauber des vermeintlich Fremden und natürlich gibt’s beispielsweise mit „Sie singt für die, die sie nicht hören“ auch einen echten Schmachter fürs Herz. Der beschwingte Titeltrack „Aeria“ sieht hingegen seine Aufgabe darin, Mut zu machen, gleichzeitig darf hier wie auch bei „Feanor“ aber auch gern getanzt werden. Am Ende gibt’s dank „Meldir vilui nin“ noch entrückte elbische Vocals und letzte sehnsuchtsvolle Momente.

Ihr Pseudonym hätte OOANGH vermutlich nicht besser wählen können. Schließlich entstammt es der keltischen Mythologie und ist der Name einer Feenkönigin, der gleichzeitig für Leichtigkeit und Kreativität steht. Und dass es auf „Aeria“ um den Zusammenhalt von Erde, Mensch und Natur sowie Respekt, Liebe und Frieden geht, passt ebenfalls hervorragend zum dargebotenen Culture-Clash. Es geht sehr chillig zu, dabei sind viele Tracks aber auch durchaus tanzbar, weshalb neben der folkloristischen Weltmusik-Note auch ein Hauch Cafe del Mar den Sound durchzieht. Ein Fest für Folkfreaks, Schlagerpopfreunde und Weltmusikfans.

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