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OPEN THE SKIES - Conspiracies

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Artist OPEN THE SKIES
Title Conspiracies
Homepage OPEN THE SKIES
Label RISING RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

„Juhu! Endlich mal wieder ein Metalcore/ Emocore-Album! An diesem Genre kann ich mich einfach nicht satt hören und ich wage die Prognose, dass das in baldiger Zukunft DAS große Ding sein wird.“

Ja, diese Worte stammen so oder so ähnlich von mir – allerdings schon vor recht langer Zeit. Als Anhänger und bekennender Freund des Genres war es mir undenkbar, dass irgendwann die Begeisterung dafür mal abnehmen könnte; auch dann nicht, als viele andere es bereits nicht mehr hören konnten. Mittlerweile bin aber selbst ich an dem Punkt angekommen, an dem auch ich eingestehen muss: Da kommt nichts mehr. Zu viel hat man schon gehört und zu oft glich das einem servierte Produkt bereits Vorhandenem. Ein bisschen kommt man sich vor, als wäre man bei einem All-you-can-eat-Buffet, bei dem man Unmengen der persönlichen Lieblingsspeise vorgesetzt bekommt. So sehr man Anfangs noch alles von dem riesigen Angebot verschlingt, irgendwann ist man einfach an dem Punkt angekommen, an dem nichts mehr reingeht. Ein klarer Fall von Übersättigung, der nun auch das Genre ereilt hat, und dem sich nun OPEN THE SKIES mit ihrem Debüt-Album „Conspiracies“ stellen müssen.

Als Appetit-Anreger schicken die fünf jungen Engländer ein Intro voraus, das mal gleich mit einem gewaltigem Breakdown loslegt und die Stimmbandakrobatik von Josh McKeown in seiner vollen Pracht – Shouts, Growls, Gesang – präsentiert. Zugegeben, trotz Völlegefühl bekomme ich schon ein wenig Lust auf mehr. Als Hauptgericht servieren die Jungs dann eine typische Standard-Mischung aus erwähnten Breakdowns, Metalriffs inklusiver griffiger Hooks, fiesen Shouts und Growls gepaart mit Crew-Shouts und emotionalem Gesang. Letztgenanntes hebt sich ein wenig von dem herrschendem Einheitsbrei ab, da Joshs kratziges, quäkendes Organ recht markant ist und dem Ganzen eine (insofern man das noch sagen kann) eigene Note verleiht. Lediglich bei dem balladesken „Yours faithfully“ ist es doch gerade anfangs etwas anstrengend, der Stimme zu folgen. Der Schreigesang ist zwar weniger herausstechend, allerdings klingt er doch ziemlich souverän und überzeugend, so dass hier nichts so schnell auf den Magen schlägt. Gleiches gilt für das werkeln der Mannen an den Instrumenten. Hier kochen die Sechssaiter ein recht eisenhaltiges Süppchen. Melodische Leads aus den Gefilden der metallischen Gitarrenmusik wissen hier zu gefallen, ebenso aber auch immer ordentlich die moshwilligen Bewegung zu beschwören. Die Riffs entstammen zwar keiner neuen Rezeptur, werden aber in einer sehr eingängigen und sauberen Art und Weise vorgetragen, was großes Potential aufblitzen lässt, wäre da zumindest ein wenig mehr Eigenständigkeit.

Lässt man mal außen vor, dass hier absolut nichts Neues oder zumindest Anderes aufgetischt wird, findet man unter den insgesamt 14 Kompositionen einige wirklich gute bis sehr gute Songs. Angefangen bei „Fear has no voice“ mit seinen Crew Shout- und Mitsing-Parts, über den Metal-Ohrwurm „He Spoke Of Success“ und dem leicht an ALEXISONFIRE erinnerndem „So Season Two“ bis hin zum besonders im mittlerem Teil durch seinen mit wunderschönen Streichinstrumenten- und Klavierklang unterlegten Breakdown überzeugenden „Just For You“ – fast 50 Minuten wird man auf einem sehr angenehmen Level unterhalten. Ich könnte mich jetzt wie so viele beschweren, die sich an dem Buffet vollgefressen haben, dass sie das vorgesetzte nicht mehr sehen bzw. hören können. Doch auch wenn einem mittlerweile die Worte fehlen, mit denen man die Art von Musik noch beschreiben kann, ohne sich andauernd zu wiederholen, wäre es zu einfach, „Conspiracies“ von OPEN THE SKIES auf dem Teller kalt werden zu lassen. Denn dabei handelt es sich zwar nicht um ein klares Sahnehäubchen, aber dafür um die Art von Happen, die man sich trotzdem noch reinstopft, weil sie dann doch noch ordentlich Munden. Wohl bekomm’s!

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