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ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO - O N A N I [Practice Makes Perfect]

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Artist ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO
Title O N A N I [Practice Makes Perfect]
Homepage ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO
Label COLD MEAT INDUSTRY
Leserbewertung
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7.0/10 (9 Bewertungen)

ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO melden sich bald 3 Jahre nach „Apocalips” mit einem neuen Album zurück. Der auch im Hinblick auf den noch als 10-inch erschienenen Zwischenhappen „Four“ diesmal leicht modifizierte ORDO Sound sorgt zunächst dafür, dass man den bereits achten Longplayer des Duos als nicht zu vorhersehbar wahrnimmt, kann jedoch trotz vieler gewohnt schöner Momente nicht restlos begeistern. Im Prinzip ist die ohnehin schon etwas poppigere Ausrichtung des Vorgängers noch weitergeführt worden, so dass das neue Material größtenteils weniger bombastisch, sondern ruhiger erklingt. Titel Nr. 1, „Glory to thee, my beloved Masturbator“, wabert gleich dementsprechend super-soft aus den Boxen. Die weibliche Stimme gibt hier unterschwellig imperative Befehle wie „Touch yourself“ oder „Masturbate“ aus, passend zum Gesamtkonzept, denn sexuell befleckt war das musikalische Schaffen von ORE seit jeher ein wenig. So auch „O N A N I“, wie der Titel unschwer erkennen lässt, doch dazu später noch mehr.

„[Remember] What you sow is what you reap“ knüpft zwar mehr an typische ORDO Klänge an, wirkt aber relativ bieder und abgesehen von einer netten Schifferklavier Melodie zu unspektakulär. Das rituell betörende „Can you hear the devils laughing (or is it just me)” weiß sich da größere Aufmerksamkeit zu verschaffen, nicht zuletzt, weil es neben prägnantem Glockenspiel auch als eines der wenigen Songs kräftigen Perkussioneinsatz vorweisen kann. Mit „The love and defiance of being alive“ gelingt es, diesen Level zu halten. Hierbei handelt es sich um eines dieser wunderbar-romantischen Stücke, die zum Dahinschmelzen einladen, bevor drei tendenziell leider eher durchschnittliche Tracks folgen. „Let me show you, all the secrets of the torture garden“ kommt mit dem Spannungsaufbau eigentlich noch ganz gut zurecht, lahmt jedoch an den verwendeten, bereits zu oft anderswo gehörten sakralen Chorgesängen, während die beiden nächsten Lieder einfach mehr Pep vertragen könnten. Überzeugender präsentiert sich dafür das letzte Viertel des Albums. „Cum, and let me lead you far astray“ überrascht mit deftigen Trompetensounds, die das Akustik-Geflecht anreichern, ehe „Amore rosso, amore marrone, amore nero“ zu erhabenem Getrommel einen Ausflug in die italienische Sprachlandschaft unternimmt. „I WILL; Even after the flowers are gone“ taucht im Anschluss noch einmal mit Akkordeon sowie der verführerischen Stimme von Tomas Pettersson eindrucksvoll in melodiöse Gefilde ein und das eindringliche „Confessions of a sinflower“ bereitet dem Hörer schließlich ein düster-experimentelles Finale.

„O N A N I“ erscheint unter anderem auch in limitierter Edition mit Bonus DVD, die das Albumkonzept über die Magie von Sex und Erotik mit einer wohl einzigartigen Fanaktion unterstreicht. So wie auch im Booklet ersichtlich konnten Anhänger der Band private Masturbations-Fotos einsenden! Die Army of Roses and Equilibrium soll dem Vernehmen nach hieran zahlreich partizipiert haben, so dass genug Material vorgelegen hat, um daraus einen Videoclip zu „Glory to thee…“ zu basteln (der zur Rezension allerdings nicht vorliegt).

ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO liefern also ein Gesamtwerk ab, welches zu einem guten, aber sicher nicht ihrem besten Album gereicht. Die betriebene Klangästhetik weist einen reichhaltigen, warmen Sound auf und setzt eher auf atmosphärische Dichte. Durch den zuweilen beinahe meditativen Charakter erscheint mir persönlich einiges zu glatt und stellenweise auch einschläfernd. Daher eher eine CD zum verträumten Anhören in heimeliger Umgebung.

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