Band Filter

ORGANIZED NOISE - Teethcrasher e.p.

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ORGANIZED NOISE
Title Teethcrasher e.p.
Homepage ORGANIZED NOISE
Label CONSEQUENCE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Ein schöner Beweis dafür, dass das Gerede von Perfektion für die Tonne ist, solange man weiß, worauf es wirklich ankommt. ORGANIZED NOISE lassen auf ihrer Comeback-EP sämtliche Erfolgsgaranten links liegen und verweigern sich billiger Parolen. Dennoch haben sie ein beeindruckendes Stück Musik geschaffen.

So manche Schwierigkeit dürfte der NuMetal verwöhnte Hörer gleich von Anfang an mit dem Sound von „Teethcrasher“ haben, denn statt glänzender Oberfläche und einem dichten Regen unentwegt die Synapsen bearbeitender Effekttropfen präsentieren sich die Stücke recht schmucklos und karg. Stattdessen stehen die traditionellen Elemente einer Wave-Band im Vordergrund: Druckvolles Drumming aus dem Rechner, Treibende Bässe, leicht punkig angehauchte Gitarren und auf verschiedenste Weise bearbeitete Vocals. Der letzte Bereich wird zwar maßgeblich von Mastermind Pogo Gomorrha bewältigt, doch erhält er an einigen Stellen dezente Rückendeckung der Sopranistin Sabine Andres, deren Beitrag derart überzeugend ausfällt, dass man ihn in Zukunft gerne ausgebaut sähe. Auch der Schockwert dieses Mini-Albums tendiert selbst im Vergleich zum Vorabendfernsehen gegen Null: „When you’re full of hate, don’t talk about love/ Keep your fuckin’ fingers away from my cock“ heißt es zwar einmal, krasser wird es indes nirgendwo und für jeden Splitter durchs Herz gibt es eine Träne – der letzte Satz lautet dann sogar „I’m walking on a rainbow“. Doch was kümmern eine diese ohnehin zweifelhaften Mängel, wenn die Band dort überzeugt, wo andere versagen: Bei den Songs. Das Titelstück hypnotisiert den Hörer zunächst mit monoton-delirierenden Rhythmen, um ihn im Refrain mit Melodie und Harmonie zu umschmeicheln (und die brutale Botschaft subversiv in Zuckerwatte zu verpacken), „Mauerleiden (pt.2.) ist eine fragile Konstruktion aus zerbrechlichen maschinellen Beats und Tapeloops und das abschließende „s.e.n.d.i.n.g.“ pendelt sich nach einem sphärischen Beginn in einen entspannt fließenden Groove und eine gefühlvolle Gesangslinie ein, die sich in einem orgelunterstützten Chorus entlädt.

Zudem ist es der Gruppe gelungen, die fünf Stücke nicht als luftdicht versiegelte Einzeleinheiten, sondern atmende und miteinander verbundene Perlen einer Kette zusammenzusetzen. Dass ORGANIZED NOISE auf kurzer Strecke zu begeistern wussten, war indes schon nach ihren EPs aus den frühen 90’ern bekannt, als man bereits kurz vor dem Durchbruch stand und der zweite Anlauf wird sich wohl alles andere als einfach gestalten. Immerhin: Die Prioritäten jedenfalls stimmen schon mal.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu ORGANIZED NOISE