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ORPHANED LAND - The Never Ending Way of Orwarrior

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Artist ORPHANED LAND
Title The Never Ending Way of Orwarrior
Homepage ORPHANED LAND
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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8.3/10 (6 Bewertungen)

Im Nahen Osten geht es seit Jahren hochbrisant zu, eine geringe Toleranz gegenüber anderen Bevölkerungs- und Glaubensgruppierungen steht hier an der Tagesordnung, in der Türkei werden die Kurden verfolgt, im Irak die Schiiten und zwischen Israelis und Palästinensern wird es wohl auch in naheliegender Zukunft keine Lösung geben. Umso wichtiger, dass eine Band wie ORPHANED LAND auf Völkerverständigung setzt und eindrucksvoll mit ihrer Musik beweist, dass sich sehr wohl arabische und hebräische/ westliche Elemente verbinden lassen. Genau dieser Gedanke spiegelt sich ebenfalls in den aktuellen Promofotos wider, welche ein Utopia der Religionen zeigen, in dem Jesus friedlich mit orthodoxen Juden und Palästinensern koexistiert. Was für eine Welt!

Sechs Jahre haben die Israelis gebraucht, um ein Nachfolgewerk für das grandiose „Mabool“ fertig zu stellen, doch das Warten hat sich gelohnt – ORPHANED LAND liefern mit „The Never Ending Way of Orwarrior“ wieder ein gelungenes und vor allem vielseitiges Album ab, das vor Gegensätzen nur so strotzt und sich jeglicher Kategorisierung entzieht. Metallische Riffs und Grunts gehören auf dem epischen 15 Tracks umfassenden Werk ebenso zum Grundgerüst wie arabische und hebräische Melodien. Schon im Opener „Sapari“ (gleichzeitig die erste Single-Auskopplung) bekommt man diese Vermischung verschiedener Stile präsentiert, das ursprünglich jemenitische Volkslied wurde mit Gitarren aufgepeppt und lebt förmlich vom Kontrast und der Dynamik aus Kobi Farhis westlichem und Gastsängerin Shlomit Levis jemenitischem Gesang. Im direkten Anschluss („From Broken Vessels“) überraschen verdächtig nach PORCUPINE TREE klingende Intropassagen, die mit Kobis kehligem Grunzen und später folgenden doomigen Passagen gleich den nächsten Kontrast heraufbeschwören, Stücke wie „His Leaf Shall Not Wither“ fungieren dagegen als akustische Interluden, auf „New Jerusalem“ glänzt oben genannte Shlomit Levi mit ihrer lieblichen, aber doch kraftvollen Stimme. Die ersten Takte von „The Path Part 1“ könnten glatt als Hommage an OPETHs „Damnation“ durchgehen (nicht umsonst bezeichnete Produzent Stephen Wilson die Band als deren israelische Variante), während „Codeword Uprising“ nahezu wilde Raserei vertont. Den Höhepunkt bildet das eindringliche „The Warrior“.

Wenngleich „The Never Ending Way of Orwarrior” wohl auch aufgrund seiner Länge und Vielseitigkeit weniger zugänglich daherkommt als „Mabool“, so liegt genau darin auch seine Stärke, es gibt viel zu entdecken, Langeweile wird hier keine aufkommen. Schon nach dem ersten Durchgang möchte man die führenden Israelis und Palästinenser in einen Raum sperren, ihnen dieses Album vorspielen und sagen: „Schließt Frieden!“. Diese Band zeigt euch wie!

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