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OSCAR AND THE WOLF - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist OSCAR AND THE WOLF
Title s/t
Label PIAS
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Belgien, unser kleiner Nachbar im Westen, beweist wieder einmal, dass von dort auch andere Leckereien als Pommes und Schokolade kommen. Eine kleine akustische Spezerei halten nämlich OSCAR AND THE WOLF mit ihrem selbstbetitelten Debüt bereit. Zehn der zwölf Tracks haben Ozan Bozdag, Roland Spooren, Claudio Arduini, Jasper Bullynck, Kris Verhest und Max Colombie bereits in ihrer Heimat veröffentlicht. Genauer gesagt in Form von zwei EPs, die 2011 und 2012 entstanden sind.

Die ersten fünf Songs stammen vom ersten Silberling „Imagine Mountains“ und präsentieren eine Band der eher leisen Töne, die mit „Winterbreaks“ überzeugend eröffnet. „Lady Burns“ und „The Dreamers“ schließen sich dem mit prägnanten Gitarren- und Klaviermelodien an, bevor „Pastures“ zum emotionalen Rundumschlag ausholt. In seichtes Terrain driften die Belgier dabei jedoch glücklicherweise niemals ab und so folgt auch das mehrstimmige „Bony Weather“ mit hörenswerter und abwechslungsreicher Instrumentierung. Für den nächsten Fünfer-Pack holten OSCAR AND THE WOLF Robin Proper-Sheppard (SOPHIA, THE GOD MACHINE) als Produzenten ins Boot und zweifellos hat die „Summer Skin”- Sammlung noch an Atmosphäre gewonnen, wie bereits der erste Vertreter „Crossroads” unter Beweis stellt. Die Songs sind insgesamt lebhafter ausgefallen, was auch die erste Single-Auskopplung „Orange Sky“ unterstreicht. Ein perfekter Indie-Popsong mit weichen und kraftvollen Elementen, klaren Strukturen und überraschenden Sound-Zutaten. Am Ende der Platte verleiht der Herows Remix, der gleichzeitig das Dutzend voll macht, der Nummer sogar noch zusätzliche Tanzbarkeit. „All I Want“ nimmt sich hingegen deutlich zurück und gefällt in reduzierter Schönheit, die langsam zu rhythmusbetontem Leben erwacht, während „Ribbons“ als schwermütige Pianoballade daherkommt. Auch hier bleibt es nicht beim einleitenden Minimalismus, stattdessen steht genau wie „Wash Your Face“ stilistische Vielfalt auf dem Programm, ehe das brandneue „Moonshine“ die Stimme des Fronters Nax Colombie in den Mittelpunkt rückt.

Belgiens führendes Musikmagazin HUMO listet den Longplayer in ihrer „10 to watch“-Liste für dieses Jahr und in der Tat sollte man OSCAR AND THE WOLF nicht aus den Augen bzw. Ohren verlieren. Gerade die Nummern, die gemeinsam mit Mr. Proper-Sheppard entstanden sind, lassen aufhorchen und machen Lust auf mehr.

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