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OVERCAST - Reborn to kill again

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Artist OVERCAST
Title Reborn to kill again
Homepage OVERCAST
Label METAL BLADE
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

OVERCAST waren schon immer “More Metal than your Ma’s Kettle”, wie es ein Track auf ihrem 97er Edison-Album „Fight Ambition to kill” so passend auf den Punkt brachte!

Aber leider war die Band ihrer Zeit weit voraus und wurde (wie meist alle Pioniere eines neuen Sounds) mit weitestgehender Nichtachtung bestraft. So verbanden die Bostoner schon früh Metal-Sounds mit Hardcore-Attitüde und waren die Quasi-Innovatoren des NewWaveOfAmericanHeavyMetal, also known as MetalCore. Nach dem oben genannten Album und einer erfolglosen Tour als Krönung, entschloss sich die 1991 gegründete Band, ihren musikalischen Traum schließlich auf Eis zu legen… Die diversen Mitglieder zogen danach in die Welt hinaus, um unter anderen klangvollen Namen dem Stile weiter zu huldigen. So stieg der heisere Schreihals und Dreadlock-König Brian Fair bei den ähnlich gelagerten SHADOWS FALL ein, um dort ungleich erfolgreicher das Metal-Core-Feld aufzurollen, während Bassist Mike D. zum Gründungsmitglied einer unbedeutenden Band namens KILLSWITCH ENGAGE wurde. Gitarrist Pete Cortese wiederum fand sich mit Ex-KILLSWITCH ENGAGE Sänger Jesse Leach sowie Ex-SHADOWS FALL Drummer Derek Kerswill zusammen, um SEEMLESS zu gründen, die auf Equal Vision bisher zwei hervorragende Alben veröffentlichten (File under: Grunge-lastiger Alternative-Stoner-Rock mit dem gewissen Etwas. Unbedingt antesten!). Kurzzeitig war er aber ebenfalls im Line-Up von KE zu finden.

Wem jetzt noch nicht schwindelig bei dem ganzen Namedropping geworden ist, kann sich jetzt beruhigt zurücklehnen, denn dann wird es kaum für gesteigertes Interesse sorgen, dass sich OVERCAST nach knapp 10 Jahren wieder zusammengefunden haben, um via Metal Blade ein neu eingespieltes Best-Of unter die Leute zu bringen. Alle anderen klatschen in die Hände und freuen sich, dass sich ihre alten Helden wieder unter einem gemeinsamen Dach eingefunden haben! Zu dem ganzen Geklüngel passt es denn auch, dass KE-Gitarrist Adam D. produziert hat und den 14 (EU-Only-Version, sonst 13!) Mid-Tempo-Walz-Nummern einen bassigen und vollen Sound verpasst hat. Wem also die alten Nummern noch zu unterproduziert waren, wird jetzt auf seine vollen Kosten kommen (und wer auf die alten Aufnahmen schwört, wird sich über den Pro-Tools-Sound beschweren…). Zu den ausgewählten Titeln (alleine fünf wurden der „Fight Ambition“ –Scheibe entnommen. Der Rest entstammt dem Debüt, den diversen Singles und Sampler-Beiträgen der Band) gesellen sich noch zwei neue Stücke, die sich aber auch nicht weiter vom alten Material abgrenzen.

Es macht wirklich Spaß, den Songs zu lauschen und sich an die Anfänge eines mittlerweile völlig verkommenen Sounds zu erinnern… rein objektiv betrachtet ist das Songwriting aber mittlerweile als eher unaufgeregt zu bezeichnen. Alles fließt in einem durchgängigen Tempo dahin: Keine Ausfälle, aber auch keine richtigen Hits. Nichstdestotrotz ist „Reborn to kill again“ kompetent eingespielt und bietet hochwertigen Metal-lastigen Hardcore-Sound. Und betrachtet man die Entstehung des Albums, so gehört dieses Release zu den wenigen sinnvollen (neu eingespielten!) Veröffentlichungen. Denn OVERCAST neu zu entdecken, ist sicherlich eine dankbare Aufgabe in Sachen Vergangenheitsbewältigung!

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