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PAATOS - V

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PAATOS
Title V
Homepage PAATOS
Label GLASSVILLE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
5.0/10 (4 Bewertungen)

Knapp zwei Jahre ist es her, dass PAATOS mit ihrem großartigen Album “Breathing” in mein persönliches musikalisches Universum eingedrungen sind und dabei die eine oder andere Tür eingetreten haben, die ich für mich verschlossen wähnte. Entsprechend gespannt war ich auf das neue Machwerk, was nun seit einiger Zeit unter dem schlichten Titel „V“ erhältlich ist. Darauf enthalten sind 4 neue Songs der Schweden um die ausdrucksstarke Sängerin Petronella Nettermalm, sowie 4 weitere, neu aufgenommene bzw. neu arrangierte Stücke von früheren Alben.

Eines sei vorweg genommen: Meine Erwartungshaltung wird voll und ganz erfüllt, wenn auch auf eine völlig andere Art und Weise als vermutet. War es auf „Breathing“ gerade der latent zwischen allen Progressive- und Postrock-Versatzstücken durchscheinende poppige Appeal, der mich an PAATOS fasziniert hat, überrascht der Fünfer heuer mit einem wesentlich erdigeren, rockigeren Ansatz. Gleich der Opener „Feel“ klingt im ersten Moment, als hätten PORTISHEAD die Riffs für sich entdeckt. Das hebt sich deutlich vom Vorgänger-Album ab, klingt aber doch gänzlich unverkennbar nach PAATOS. All die guten Zutaten, die die Musik der Nordländer bisher ausgemacht haben, sind nach wie vor vorhanden, nur in einem leicht veränderten Mischungsverhältnis. Stets schwingt eine fast heimelig wirkende Melancholie mit, wenn Nettermalm sanft aber äußerst eindringlich Art Rock-verdächtige Melodiebögen intoniert, während die Instrumental-Fraktion sich in sphärischen Postrock-Elegien eben genau nicht verliert, sondern elegant durch sie hindurch gleitet, um am Ende zielsicher bei zeitlos guten und eingängigen Songstrukturen zu landen, die angenehm unaufdringlich, aber doch sehr intensiv, mitunter Gänsehaut-verdächtig daher kommen. Jeder Song für sich genommen klingt dabei ein wenig anders, was für die künstlerische Bandbreite der beteiligten Musiker spricht. Ab der zweiten Hälfte des Drehers wird es dann experimentell, beginnend mit einer ergreifenden Akustik-Version von „Tea“ und endend mit dem trippig-treibenden Neu-Arrangement von „Your Misery“. Interessanterweise fügen sich die „alten“ Songs sehr gut in den Kontext des frischen Materials ein, auch wenn man nach der relativ kurzen Spielzeit von knapp 38 Minuten das Gefühl hat, an einem gänzlich anderen Ort zu sein als zu Beginn des Albums.

Ergo: „V“ ist erneut eine faszinierende musikalische Reise durch pittoreske Landschaften, die dem Ohr schmeicheln und trotzdem gewisse Ecken und Kanten nicht vermissen lassen. Als Begrenzung des Kartenausschnitts seien hier PORCUPINE TREE, PORTISHEAD, experimentelle THE GATHERING oder auch MAYBESHEWILL genannt. Flauschig schön ist das.

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