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PAGANIZER - No Divine Rapture

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Artist PAGANIZER
Title No Divine Rapture
Homepage PAGANIZER
Label XTREEM MUSIC
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Rogga Johansson ist kein Mann ohne Meinung. Er ist nur so ungefähr gegen Alles. Gegen seidenweichen Black Metal, die neue GRAVE, das schwedische Staatsmonopol im Alkoholvertrieb, gegen Politik, Religion, die Araber und ihre „kranken Überzeugungen“. Bleibt da noch etwas übrig? Klar, neben der obligatorischen Verbundenheit zur Ersatzhostie Bier hat der gute Rogga den klassischen Death Metal alter schwedischer Prägung ins Herz geschlossen, ohne Kompromisse oder Modernismen. Die Störrigkeit, die er beim Musizieren an den Tag legt, scheint sich nun allmählich bezahlt zu machen. Dan Swanö stieg vom Mentor zum Freund auf und „Murder Death Kill“ wurde in einer kleinen Gemeinde von heißhungrigen Jüngern wie das heilige Sakrament herumgereicht: So gut, lautete die einschlägige Meinung, spielte keiner diese eigentlich ewiggleichen Versatzstücke.

Für dieses Kompliment bedankt sich der einzige Songwriter und damit Alleinverantwortliche von PAGANIZER noch in jedem Interview. Ist ja auch toll, wenn andere auf die eigene Mucke abgehen! Nur fragt man sich so allmählich, warum Johansson neben seiner Hauptband noch einer ganzen Hand voll weiterer Projekte nachgeht (gerade noch: RIBSPREADER), wenn dieser simpel gestrickte und vollkommen überraschungssterile Hau-Drauf-Death ohnehin immer nach demselben Strickmuster gewoben wird. Mit alter Schule, ja nicht einmal mit Epigonentum hat das nur das Geringste zu tun und wirkt bereits auf Albumlänge anstrengend. Genau wie „Bolted to the Cross“ kein Reinfall, sondern lediglich überflüssig war, muss man auch „No Divine Rapture“ nicht angeekelt von der Bettkante stoßen. Mieszko Talarzcyk hat nicht ganz so pumpend produziert wie üblich, doch organisch und gemein klingt das Album allemal. In der ersten Hälfte befinden sich zudem ordentliche Songs: „Brutally Torn Sanity“ hat die cool groovenden Riffs, nach denen der Kenner dürstet, „Nailed Forever“ die trägen Melodien unter stürmisch rasendem Schlagzeug und das starke „On your Knees“ darf der Buchhalter sogar unter „Experiment“ abheften – ein einziges Gitarrenmotiv erstrahlt durch Durchdeklinieren aller Kombinationsmöglichkeiten mit der Rhythmussektion in stets neuem Glanze. Der Rest ist jedoch mal wieder unangenehmes Beiwerk, ganz so, als habe jemand statt süßer Sahne Senf auf die Torte gespritzt.

Denn selbst wenn das vereinzelte Solo oder ein abgehacktes Nu-Metal Riff ihre Aufwartung machen, wird das Album als Ganzes nicht aus seiner Lethargie gerissen. Offensichtlich ist der Wille zur Veränderung da, nur bleibt das Fleisch schwach. Rogga hat selbst zugegeben, dass er seinen Stil anpassen würde, wenn er damit eine breitere Hörerschaft anzusprechen im Stande wäre. Kann er aber nicht. Wir sind nicht wirklich gegen PAGANIZER. Doch als Webzine mit Meinung können wir an dieser Stelle auch keine Kaufempfehlung abgeben.

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