Band Filter

PAKT - Freiheit

VN:F [1.9.22_1171]
Artist PAKT
Title Freiheit
Homepage PAKT
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
4.6/10 (18 Bewertungen)

Warum läuft Herr N. Amok? Wer hat nicht in den letzten Wochen das musikalische Possenspiel um AND ONE-Megamind Steve Naghavi und seine ehemaligen Mitstreiter Chris Ruiz/ Gio van Oli verfolgt? Endlose Newsletter eines extrem mitteilungsbedürftigen Szene-Stars, der im Endeffekt doch relativ wenig zu sagen hatte. 2 Weggefährten, deren Kreativität jahrelang ausgebremst wurde oder lediglich gesichtslose Bühnenroboter ohne Songwriting-Qualitäten? Niemand weiß nichts Genaues und im Endeffekt spielt die Wahrheit auch keine so große Rolle, Hauptsache man steht im Fokus der (schwarzen) Öffentlichkeit. Während der Ex Cheffe noch mit seiner Rolle im Vorprogramm von UNHEILIG hadert, veröffentlichen Chris und Gio ihr erstes neues Lebenszeichen in Form der Single „Freiheit“ (äh wieder UNHEILIG?!), die man auch gleich auf dem diesjährigen M’era Luna promoten durfte. Was Stevie wiederum dazu veranlasste, ein Duett mit Herrn Spilles zu schmettern. Oder sind das keine Kausalzusammenhänge? Nutzen Out Of Line hier die Gunst der Stunde oder sind sie wirklich vom PAKT überzeugt? Unterhaltsam ist das Kafkaeske Verwirrspiel allemal, doch lassen wir jetzt einfach mal die freiheitliche Musik auf uns wirken…

Die soll sich im Grenzbereich von EBM, NDW und Synth Pop aufhalten, was jetzt so allgemein gehalten ist, dass man unwillkürlich zustimmt. Lyrisch sehr doppeldeutig an einigen Stellen („Plastik Pop“) und zumindest leidlich intelligent, hat man einen kleinen Tanzflächenhit produziert, der an mittelalte AND ONE erinnert und im Refrain bekannte Links/ Rechts-Schemata aufgreift. Der Gesang ist in meinen Ohren nicht sonderlich prägnant, reicht aber für die Stilistik allemal aus. Die B-Seite „Angriff“ jagt etwas aggressiver aus den Boxen, so in Richtung der poppigeren SPETSNAZ-Sachen, durchaus hörbar und schön treibend, ohne zum Klassiker zu mutieren. Dazu kommen 3 Remixe vom Titeltrack, beteiligt immerhin Größen wie Robert Görl/ DAF, Gerrit Thomas/ Funker Vogt und die Labelkollegen FORMALIN. Connections hat man also, die Bearbeitungen selbst bleiben recht nah am Original, etwas beatiger hier, ein verzerrter Gesangspart da.

Insgesamt eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits besser als so manch kopfloser Hellectro, gut produziert und verpackt, andererseits stark vom derzeitigen Bohei profitierend und im Grunde gesichtslose Produzenten-Musik. Für eine endgültige Bewertung wartet der Rezensent den sicher schon in den Startlöchern befindlichen Longplayer ab. Bis dahin kann Herr N. ja noch einige Newsletter verfassen…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu PAKT