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PALOMA FAITH - Fall To Grace

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Artist PALOMA FAITH
Title Fall To Grace
Homepage PALOMA FAITH
Label SONY
Leserbewertung
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3.8/10 (12 Bewertungen)

Eigentlich heißt PALOMA FAITH ja Paloma Blomfield, aber wahrscheinlich war dieser Name fürs Showgeschäft zu banal und so wurde aus der bald 27-jährigen Londonerin besagte Miss Faith. In der britischen Heimat machte Paloma eine Ausbildung zur Jazzsängerin und Tänzerin, außerdem hat sie einen Master in Theaterregie. Hierzulande wurde man 2009 mit der Single „Stone Cold Sober“ vom Debüt „Do You Want The Truth Or Something Beautiful?” auf die stimmgewaltige Dame aufmerksam und auch die zweite Auskopplung „New York“ wusste zu überzeugen. Jetzt folgt nach einer Zeit, die eher von kleineren Fernsehrollen geprägt war, die zweite Langrille „Fall To Grace“.

Mit dem Violinengeschwängerten Opener „Picking Up The Pieces“ hat PALOMA FAITH ihre Landsleute bereits um den Finger gewickelt und tatsächlich fehlt dem treibenden Song nichts zum Hit. Das es bei diesem 45-minütigen Sündenfall in erster Linie um die Liebe in allen seinen Facetten geht, versteht sich fast von selbst und wird vom entspannten „30 Minute Love Affair“ untermauert. Ihre stimmlichen Qualitäten bringt hingegen insbesondere das ruhige „Black & Blue“ zum Ausdruck, während die Pianoballade „Just Be“ das erklärte Lieblingslied der Künstlerin ist. Rhythmusbetont und sehr cool schließt sich das soulige „Let Me Down Easy“ an, während das knackige „Blood, Sweat & Tears“ auf den Dancefloor lockt. „Beauty of The End“ startet verhalten und nimmt dann mit orchestraler Unterstützung Fahrt auf, bevor „When You’re Gone“ zum großen Emotionen-Overkill ausholt. Hier hat das Fräulein mit den spanischen Wurzeln vielleicht ein kleines bisschen zu dick aufgetragen, aber große Gefühle brauchen wohl eine entsprechende musikalische Umsetzung. In dieses Bild passt auch „Agony“, für das die Songwriterin irgendwo geklaut hat, auch wenn ich nicht drauf komme, woher die flotten Passagen stammen. Sachdienliche Hinweise sind aber jederzeit willkommen. Mit leisen Klavierakkorden und einer wirklich bemerkenswerten Stimme (entdeckt wurde PALOMA FAITH übrigens in einem Dessous-Laden, in dem sie jobbte und wo eine Kundin ihr Potenzial erkannte) empfiehlt sich „Let Love Walk In“ und auch „Freedom“ beschränkt sich zunächst im Wesentlichen aufs Tasteninstrument und die Vocals, um dann noch mal in die Vollen zu gehen. Bleiben noch das hymnische „Streets of Glory“ und natürlich die fünf Akustiktracks der Deluxe Edition, die mit einem zweiten Silberling daherkommt, auf der es noch interessante stromlose Variationen von fünf Songs zu entdecken gilt.

Okay, das Cover hätte kaum kitschiger ausfallen können, dafür glänzt PALOMA FAITH jedoch mit dem Inhalt, der absolut abwechslungsreich und hörenswert ausgefallen ist. Irgendwo zwischen ADELE, DUFFY und AMY WINEHOUSE ist ihre Musik und auch ihr Gesangsstil zu verorten und wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass sie mit „Fall To Grace“ ausgerechnet jetzt in die Plattenläden kommt, da ADELE sich eine Auszeit nimmt. Die Briten haben auf jeden Fall schon reagiert und das Album auf #2 der Charts gehievt.

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