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PANIC AT THE DISCO - Pretty. Odd.

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Artist PANIC AT THE DISCO
Title Pretty. Odd.
Homepage PANIC AT THE DISCO
Label ATLANTIC/ WARNER
Leserbewertung
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8.3/10 (4 Bewertungen)

Das zweite Album sollte ja immer ne Art Marschrichtung vorgeben. Speziell wenn es um ehemals gehypte Bands geht, im Falle von PANIC AT THE DISCO war es sogar einer der ersten Internet-Hypes. Die Jungs hatten zwischenzeitlich 100 000fach mehr Klicks auf ihrer MySpacesite, als sich letztendlich Käufer für ihren Erstling „A fever you can’t sweat out“ fanden. „Pretty. Odd.“ soll die Geschichte nun weiterspinnen, mit Rob Mathes in Las Vegas aufgenommen finden sich nun dort, wo man beim Debüt noch die Synthesizerteppiche ausklopfte, plötzlich Streicherarrangements. Hat man vorher über die Huren gelästert, ist’s plötzlich die Freundin, die einem am Herzen liegt. Jeder wird mal reifer, warum hören sich PANIC AT THE DISCO jetzt aber an, als hätten sie gerade erst die BEATLES für sich entdeckt?

Besser gesagt, die Scheibe hört sich an, als hätten die BEATLES niemals Drogen genommen. Uninspirierter, schnell langweilender Gitarren-Kirmes-Pop. Viel Klimbim, viel Holterdipolter und ein paar einfach gespinnte Poprefrains, die zwar irgendwo im Gehör hängen bleiben, aber nicht allzu lang die Miete zahlen. Die Single „Nine in the afternoon“ gehört da noch am längsten zu den Untermietern. Der Rest gehört der BELLE & SEBASTIAN Schöngeistigkeit an, klaut sich ein paar Melodien von OASIS, BLUR & beliebigen anderen Britpoppern und scheitert kläglich beim Versuch, Abwechslung einzubringen. Ganz schlimm: „Folkin’ around“, welches titelgebend schlimmster Honkytonk-Country geworden ist und die Wildwestromantik eines eingewachsenen Zehennagels besitzt. Wenn eine Band am Boden liegt, dann darf man noch mal nachtreten. Ja, der monotone Gesang von Brandon Urie nervt immer noch. Früher im Effektwahn untergegangen lässt sie beim jetzigen „Pop“ verzweifeln.

PANIC AT THE DISCO haben sich mit ihrer Abkehr vom überfrachteten Indie-Electro-Rock hin zum Songwriter-Kosmos keineswegs einen Gefallen getan. Was das schön bunte Retrocover ankündigt, trifft leider musikalisch vollends zu. Ein ziemlich blumiger Haufen Melodien verpackt in welke Songstrukturen, für eine Panik in der Disco sorgt man damit sicher nicht. Wer wirklich guten, modernen Pop im Stil der Beatles hören will, dem seien DR. DOG ans Herz gelegt, die Jungs von PATD lassen wir Ihren eingeschlagenen Weg erst mal allein weitergehen.

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