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PANIC AT THE DISCO - Vices & Virtues

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Artist PANIC AT THE DISCO
Title Vices & Virtues
Homepage PANIC AT THE DISCO
Label ATLANTIC/ WARNER
Leserbewertung
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7.0/10 (2 Bewertungen)

Auch hier kam die musikalische Rückkehr, zumindest für mich, eher unerwartet: PANIC! AT THE DISCO, von denen ich eigentlich dachte, sie hätten sich nach dem Split 2009 aufgelöst, haben einfach nur unbeobachtet „nebenher“ ein neues Studioalbum geschrieben und aufgenommen. Keine Ahnung, wer die derzeitige Live-Backing Band ist, aber neben Sänger Brendon Urie ist als einziges „originales“ Mitglied nur noch Drummer Spencer Smith übrig geblieben. Für vorliegendes neues Werk hat man dann zusammen mit den Produzenten Butch Walker und John Feldman (auch Sänger bei GOLDFINGER) eine große Menge an Songs komponiert und am Ende die nun vorliegenden 10 ausgesucht.

Keine schlechte Auswahl, darf ich vorwegnehmen, denn „Vice & Virtues“ klingt nur sehr selten wie der katastrophale Total-Ausfall, den das Vorgängeralbum „Pretty.Odd“ nach dem Hammer-Debüt für mich darstellte. An die schlimme, nervige, psychedelische Phase und BEATLES-meets-Folk Hommage erinnert hier (Gott sei Dank!) kaum noch was – bis auf den Akustik-Langweiler „Always“, welcher auch gleichzeitig den (einzigen) kompositorischen Tiefpunkt der CD darstellt. Kommen wir dann mal zu positiveren Dingen die aktuelle Scheibe der in Las Vegas beheimateten Musikanten betreffend: den Startschuss gibt die erste Single „The Balad of Mona Lisa“, ein poppiger UpTempo Laune-Macher mit gutem Refrain. Gefolgt wird dieser angenehme Einstieg vom elektronischen „Let’s kill tonight“ und dem sehr FALLOUTBOY-mäßig daherkommenden „Hurricane“. Apropos FOB: Die scheinen bewußt oder auch unbewußt einen sehr großen Einfluss aufs Songwriting des Rest-Duos und ihrer Produzenten gehabt zu haben, denn kleine, von den CDs der Formation um Bandleader Pete Wentz bekannte Spannungsbögen und (Gesangs)Melodien blitzen hier zuhauf auf und lassen „V&V“ zum angenehmen Hörspaß werden. Panic! geben sich im weiteren Verlauf bis auf schon genanntes Fiasko keine Blöße mehr, sei es das an die 80er erinnernde „Ready To Go“ oder das vor Single-Potential nur so triefende „Memories“. Viele der gerade mal an der 3min30sek-Marke kratzenden Kompositionen zünden und haben Ohrwurmcharakter. Das Beste hat man sich dann aber (zumindest für meine Ohren) für den Abschluss aufbewahrt: Nach dem großartigen vorletzten Titel „Sarah smiles“ wird man kurzzeitig durch ein „Spoken words/ französisches Chanson/ Bontempi-Orgel“-Intro verwirrt, bevor der musikalische (positive) Wahnsinn der Geschichte die Krone aufsetzt. Das mich extrem an meine Lieblinge JELLYFISH erinnernde Jahrmarkt-meets-Zirkus multi-instrumentierte „Nearly Witches“ zeigt komprimiert alle Stärken der Band, welche das Debüt zu einer meiner all-time Favourites werden ließen.

Nur muß man leider abschliessend bei allem Lob sagen, daß solche Momente auf der aktuellen Scheibe zu selten aufblitzen. Bei aller wiedergefundenen Qualität muß man den Jungs vorwerfen, eher nach der Band des Mit-Komponisten Feldman (also GOLDFINGER) und den tollen FALLOUTBOY zu klingen als nach sich selbst. Aber da man nicht oder nur sehr eingeschränkt am direkten Vorgänger orientiert, ist zumindestens bei mir wieder alles im grünen Bereich. Welcome back! Für Fans von THE CAB, THE ACADEMY IS… und natürlich FALLOUTBOY – Anspieltipps: alles außer ‚Always‘!

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